Bedenken bezüglich SuSe

Dieses Thema im Forum "SuSE / OpenSuSE" wurde erstellt von Kleinweich, 23.02.2010.

  1. #1 Kleinweich, 23.02.2010
    Kleinweich

    Kleinweich Tripel-As

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    Hallo,

    ich las, dass Novell einen Vertrag mit Microsoft abgeschlossen hat, der u.a. beinhaltet, dass Microsoft Novell nicht wegen der angeblich umfangreichen Patentverletzungen, die Linux beinhalte, angreift.
    Zugleich las ich, dass Microsoft behauptet, Linux verletze mehr als 130 Patente Microsofts (sinngemäße Widergabe).

    Andere Distributionen haben keinen solchen Vertrag mit Microsoft und müssen auf eigenes Risiko und eigene Kosten diese Bedrohung absichern oder eben ignorieren.

    Insofern fühle ich mich als SuSe-Nutzer quasi als "Microsoft-Freund" oder "Microsoft-Partner", insbesondere aber als ob ich die anderen Distris im Regen lassen stehen würde.

    Übrigens scheuen verständlicherweise nahezu alle großen Unternehmen die enormen Kosten einer Softwarepatentrecherche, soweit sie überhaupt sinnvoll möglich wäre, da Microsoft sich ja weigert, die angeblich verletzten Patente überhaupt zu benennen: Sie gehen deshalb dazu über "Nichtangriffspakte" oder "Patentportfolio-Tauschverträge" abzuschließen.
    (Letztlich im Regen stehen dadurch die kleineren Unternehmen, die kein adäquates Portfolio zum Tausch anbieten können, zugleich nicht die Kosten einer so umfangreiche Patentrecherche aufbringen können.)

    Eigentlich nutze ich Linux ja, um mit Microsoft gar nichts zu tun zu haben, ich möchte also auch nicht unter dem 'gnädigen Schutz' von Microsoft stehen, der ja sicherlich zudem auch - normal wäre das jedenfalls - durch Zugeständnisse Novells erkauft wurde.

    Vor allem fühle ich mich aber unsolidarisch gegenüber den, ich sag jetzt mal "Microsoft-Vertrag-freien-Distris2, wenn ich SuSe lobe bzw. weiterempfehle, oder auch nur mithelfe, es zu verbessern und wenn es nur durch Teilnahme in Foren geschieht (Hilfe anderer, Fehlerkritik, Beta-Testen, etc.).

    Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?
    Oder bin ich vielleicht falsch informiert?
     
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  3. foexle

    foexle Kaiser

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    könntest du deine quellen posten ?
     
  4. #3 marcellus, 23.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 23.02.2010
    marcellus

    marcellus Kaiser

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  5. Gast1

    Gast1 Guest

    Das liegt in der Natur der Sache und betrifft alle von Patenten bedrohten Projekte.

    Nun, zum Glück sind die "Betroffenen" da deutlich solidarischer und arbeiten genau so zusammen wie es in der Community schon vor diesem "Vertrag mit dem Teufel" war.

    Diese "Solidarität" zeigt sich z.B. auch darin, daß neben RedHat und Intel Novell/SuSE/openSUSE einer der Hauptbeitragenden zu Linux allgemein ist, willst Du also diesem "Dilemma" ausweichen, dann kannst Du Linux gar nicht benutzen, nicht mal einen stabilen Kernel wirst Du Dir installieren dürfen, denn rate mal, wer einen der beiden (den zweiten bezahlt RedHat) Maintainer des "stable"-trees bezahlt?


    Eigentlich hätte diese Antwort auch viel kürzer ausfallen können, drei Buchstaben hätten gereicht.

    FUD
     
  6. #5 Lunix, 23.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 23.02.2010
    Lunix

    Lunix Mitglied

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    Was Microsoft behauptet und was tatsächlich so ist sind zwei verschiedene paar Schuhe. Der Softwareriese mit dem Fenster macht schon seid Jahren Front gegen freie Software. Tatsache ist aber das Microsoft selber der größte Nutznieser und "Dieb" ist. Denn es gibt kaum etwas was sie wirklich selber entwickelt haben. Sie klauen es nur, verändern es etwas und verkaufen es als Eigenentwicklung.

    Irgendwo gibts da ne Auflistung was Microsoft alles von anderen Firmen hat. Leider finde ich den Link nicht mehr!

    Auf die schnelle hab ich jetzt nur das hier gefunden:http://mutantenstadl.de/archives/148-Produktdesign-bei-Microsoft,-oder-Warum-ist-Bill-Gates-bei-den-Computerfreaks-so-beliebt.html
     
  7. #6 gropiuskalle, 23.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 23.02.2010
    gropiuskalle

    gropiuskalle terra incognita

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    Uff... :)

    Ich halte den von Dir erwähnten Teil der Verträge im Grunde für gegenstandslos, denn zwar werden allgemein Novell bzw. Nutzer von SuSE / openSUSE von eventuellen Klagen frei gestellt, allerdings enthält dieser Vertrag zahlreiche Ausnahmeklauseln wie z.B. Wine (meiner Erinnerung per default bei SuSE dabei), openOffice und sogar recht allgemein formulierte "Patente" bezüglich Mailservern oder Kommunikationsprogrammen. Die SuSE, wie sie derzeit ausgeliefert wird, verletzt also dennoch aus Sicht von Microsoft einklagbare Patentrechte. Das ist kein "gnädiger Schutz", der da geregelt wird.

    Es gibt zudem einen Satz in diesem Vertrag, der insbesondere aus Sicht von Novell sehr interessant ist:

    ...was mir zum einen ein deutlicher Widerspruch zur vermeintlichen Notwendigkeit dieses Vertrages zu sein scheint, zum anderen deutlich macht, dass Novell diese Patentansprüche keineswegs anerkennt. Ein wirklich partnerschaftlicher Vertrag ist das wohl kaum.

    Und die Art von Beistand, wie Du sie für Notwendig erachtest, ist glaube ich kaum nötig; im Gegenteil wünschen sich einige sogar (unter anderem Linus Torvalds), dass Microsoft diese Ansprüche doch endlich mal vor Gericht bringt, damit deren Substanzlosigkeit offenbar wird und Microsoft aufhört, mit hohlen Drohungen andere Firmen zu erpressen.
     
  8. #7 marcellus, 23.02.2010
    marcellus

    marcellus Kaiser

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    Ich denke der Nutznießer der Partnerschaft ist doch Novell, Microsoft verkauft im großen Stil Suse Lizenzen, wenn ich mich nicht irre gabs bei heise einmal einen Artikel, das die veranschlagten Lizenzen alle verkauft wurden.
     
  9. Gast1

    Gast1 Guest

    Si (und zwar Lizenzen für SLED/SLES).
     
  10. T-One

    T-One Routinier

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    Diese Verträge zwischen MS und Novell wiedersprechen der GPL und sind somit ungültig.
    Laut GPL kann man einen "Patentschutz" nicht auf bestimmte Benutzergruppen auslegen, dieser gilt für alle Benutzer der entsprechenden Software.

    Ich hab mich damals zum Zeitpunkt als die Kooperation anfing stark für dieses Thema interessiert und die durchgehende Meinung von GPL- und Patenanwälten war das diese Vereinbarung vor Gericht wohl kaum bestand halten könne.

    Man kann der ganzen Sache aber auch einige gute Nebeneffekte abgewinnen:
    Mono, Moonlight und vorallem Samba hat stark davon profitiert, was wieder allen Distros zu gute kommt.
     
  11. #10 Kleinweich, 23.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 23.02.2010
    Kleinweich

    Kleinweich Tripel-As

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    Danke für die Beiträge bisher.

    Da nach Quellen gefragt wurde, habe ich noch einmal nachgesehen.:rtfm:

    Und ich muss mich korrigieren: Linux selbst verletze nur 42 Patente, sagt Microsoft wohl, aber .... die Software, die die weiteren ca. 190 Patente verletzt nutzen die meisten hier wohl auch.

    Microsoft-Chef Steve Ballmer: ".... nur wer Suse nutzt, hat für die Nutzung von Microsofts geistigen Eigentumsrechten korrekt bezahlt" (sinngemäß). hier.

    "Linux verletzt 42 Patente Microsofts"

    Aber ich fand hier zufällig einen, der dieselben Bedenken hatte, wie ich sie habe.

    @T-One:

    * Ich denke schon, dass man jemandem versprechen darf, nicht ihn sondern andere wg. Rechtsverletzungen zu verklagen. Warum nicht.
    * Mono ist umstritten - gerade wg. der Abhängigkeit von Microsoft. Ixquicke: Mono Linux
    * Die Moonlight - Lizenz ist jederzeit kündbar. Darauf würde ich nicht "bauen", das kann eine Fußangel sein? Microsoft will doch immer, dass man seine Software/Standards benutzt, damit man/die Nutzer davon abhängig wird.


    Ich werde die Sorge nicht los, dass Microsoft, nachdem sie also Linux nicht besiegen können, nach dem Motto "Teile und herrsche!" verfahren ... d.h. einzelne Linux-Distris werden angelockt und subventioniert, um anderen, weniger wohlmeinenden, Marktanteile madig zu machen ... :headup:
     
  12. Lunix

    Lunix Mitglied

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    Die Frage ist doch, warum es Microsoft so macht?!
    Meine Theroie:
    Immer mehr Firmen und auch Behörden in Europa gehen dazu über OpenSource zu verwenden. Dieser Trend macht sich vorallem, nach dem Wechsel der Stadtverwaltung in Müchen auf Linux, in Deutschland bemerkbar. München ist die Technologiehauptstadt und nach deren Migration überlegen immer mehr Komunen umzu steigen. Deutschland ist der Wirtschaftsmotor Nummer 1 in Europa. Was ist aus Sicht von Microsoft gefährlicher als das Deutschland den anderen Staaten vor macht wie man OpenSource professionell einsetzt?
    Nicht umsonst war damals Bill Gates persönlich in München und hat Microsoftprodukte zum Schleuderpreis angeboten.
    Da dies nicht funktioniert hat holen sie sich jetzt Novell ins Boot welches mit SUSE auf dem Deutschen und europäischen Markt am meisten vertreten ist.

    Ich denke nicht das das funkioniert da viele Schulen und Komunen dazu übergehen, wie auch in München, DEBIAN einzusetzen. Auch wenn da der Support der Entwickler fehlt. Es gibt weis Gott genug IT-Firmen die Support für Debian oder deren Ableger anbieten.

    Für mich ist das einfach ein kläglicher Versuch den Vormarsch von Linux zu stoppen bzw. hinaus zu zögern. Das es jedoch nichts weiter ist als ein kläglicher Versuch ist, wird klar wenn man sich mal angeschaut hat wieviele Länder, Komunen, Schulen oder andere Einrichtungen verstärkt OpenSource einsetzen bzw. den Einsatz planen.
     
  13. #12 pinky, 24.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 24.02.2010
    pinky

    pinky König

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    Das ist so nicht richtig. Die FSF hält das Urheberrecht an großen Teilen von GNU (nicht alle GNU Projekte habe ihr Urheberrecht (lückenlos) an die FSF überschrieben).

    GNU und die FSF sind der größte der vielen Mitwirkenden bei GNU/Linux aber sie halten nicht alle Rechte an GNU/Linux.

    Freie Software kann jeder verteilen und jeder kann sich gegen mögliche Ansprüche dritter absichern, dafür braucht man nicht das Urheberrecht an bestimmten Teilen oder der gesammten Software.

    Mit der GPLv3 sind solche Deals wie der MS-Novell Deal nicht mehr möglich. Die GPLv3 holt wieder alle in das selbe Boot. Allerdings steht nicht jede Software unter der GPLv3, von daher ist auch dieser Schutz lückenhaft.

    Was ich Novell bei diesem Deal ankreide ist, dass sie die Freie Software Gemeinschaft spaltet. Beziehst du Software X von Novell, dann bist du sicher von möglichen Patentansprüchen von MS, beziehst du die gleiche Software von jemand anderes, dann bist du nicht mehr sicher. Das zerstört einer der Grundprinzipien Freier Software: "Wir sitzen alle im gleichen Boot und jeder darf die Software studieren, verwenden, verändern und weitergeben".

    @Kleinweich : Du suchst nach einer Lösung? Verwende doch einfach eine andere Distribution als SuSE, wenn sie dir nicht mehr passt. Es gibt doch genug Möglichkeiten.


    EDIT: Ein kleiner Nachtrag: Eben Moglen besachreibt ihr sehr schön den MS-Novell Diel, die möglichen Gefahren und die Absichten von MS (aus seiner Sicht): http://www.youtube.com/watch?v=6YExl9ojclo
     
  14. #13 gropiuskalle, 24.02.2010
    gropiuskalle

    gropiuskalle terra incognita

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    Eben nicht, siehe meinen Kommentar. De facto macht dieser Vertrag aufgrund der Ausnahmeklauseln keinen Unterschied.
     
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  16. T-One

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    Natürlich darf man verklagen wen man will, es dürfen aber keine Verträge für rechtlichen Schutz bei GPL3 Software nur für bestimmte Personen ausgestellt werden, dieser Schutz gillt dan für jeden Benutzer dieser Software.

    Zu Punkt 2 und 3 geb ich dir Recht.

    Wir haben damals beim bekannt werden dieses Deals jedenfalls unsere Partnerschaft mit Novell gekündigt und haben unsere Serverfarm sowie unser Produktportfolio komplett auf Red Hat umgestellt. Da bekommt man ebenfalls eine Schutzleistung: http://www.de.redhat.com/rhel/details/assurance/

    Man muss jedoch noch erwähnen das MS Novell hier nichts gezahlt hat. MS hat "nur" im 3 stelligen Millionenbetrag Software-Subscriptions zum Weiterverkauf von Novell bezogen. Wenn man als Microsoftkunde, also Großkunden die von MS direkt betreut werden, nach Linux Unterstützung fragt wird von MS selbst Suse angeboten und durch ein Techniker-Austauschprogramm gewartet. Somit hat MS einen Fuß im Linux-Geschäft und kann gemsichte Lösungen bei Bedarf selbst anbieten.
     
  17. #15 Kleinweich, 25.02.2010
    Kleinweich

    Kleinweich Tripel-As

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    Sorry - ich versteh nicht, was du genau meinst?

    Wieso ergibt sich daraus eine Klageunmöglichkeit bezüglich anderer Distributionen?

    Oder meinst du auch die GPL3? Dazu unten.

    Aber die GPL3 ist doch für den Linux-Kernel gar nicht in Kraft.

    Quelle: GPL
     
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