Emails vom Dach der Welt

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(ExpeditionZone) - Ein cooles Email vom Dach der Welt? Künftig kein Problem: Ab März 2003 eröffnet im Basislager des Everest in über 5.300 Metern Seehöhe das höchste stationäre Internet-Cafe unseres Planeten.

Stolzer Daten-Impressario ist Tsering Gyaltsen Sherpa, 32, der Enkel eines dazumals mit Sir Hillary zur Erstbesteigung stapfenden Sherpas. Gyaltsen betrieb bereits einen Internet-Stützpunkt in Namche Bazar, doch die Verbindung zur Außenwelt in Form eines Telekommunikations-Turms fiel im Juni 2001 einem Angriff maoistischer Rebellen zum Opfer.

Nicht nur die CMO`s (Chief Media Officer) der alljährlich immer zahlreicher werdenden Expeditionen sind mit dem neuen Service hochbeglückt, sondern auch die Nepalesen selbst. Denn zugutekommen wird der Sateliten-Uplink und ein drahtloses Netzwerk, dessen drei Sender von einem Cisco Systems Mitarbeiter gestiftet wurden, auch den Bewohnern, Schülern und Ärzten der abgelegenen Region, die sich damit ebenfalls einwählen können.

Genau dieses zumeist frostige Umfeld war auch eine ziemliche Herausforderung für die beteiligten Techniker, die sich durch den Einsatz Gordon Cooks, Telekomprofi und Bekannter Gyaltsens, einschalteten. Das wohl berühmteste Basecamp der Kletterszene legt nämlich auf dem abschmelzenden und daher sehr beweglichen Khumbu Gletscher und die Sat-Antenne selbst musste daher rund 300 Höhenmeter hangaufwärts versetzt werden.

Klar ist, dass die Expeditionen für die gebotene Bequemlichkeit auch in die Tasche greifen müssen. Dem Vernehmen nach soll ein vierwöchiger Dienst knapp Eintausend Euro kosten - klingt nach Wucherei, ist aber angesichts von durchschnittlichen Expeditionskosten von 60.000 Euro nur ein Budgetposten mehr, den es zu kalkulieren gilt. Immerhin erhöht ja eine ständige Medienpräsenz via Email auch die Chancen, einen splendablen Sponsor an das Seil zu binden. Der Gewinn des neuen Unternehmens wird außerdem für noble Zwecke verwendet: Begünstigter ist das Sagarmatha Pollution Control Committee, quasi die Putztruppe des Everests.

Tatsächlich stellt die Hinterlassenschaft der Kletterer für die Region ein echtes Problem dar. Sauerstoff-Flaschen, zerrissene Zelte, verlassene und ausgeplünderte Depots, ja selbst wahre Müllberge, die in der Kälte nicht verrotten können, säumen den Weg zum Gipfel.

Jahr für Jahr muss immer mehr Abfall entsorgt werden - für die stillen Helden des Sagarmatha Pollution Control Committee eine Aufgabe, die eines Sysiphus würdig wäre. Die nun erhofften zusätzlichen Geldmittel sollen in die Ausrüstung der Helfer, in neue technische Hilfsmittel und eine bescheidene Entlohnung der aus der Region stammenden örtlichen Helfer dienen. (Mehr darüber bei www.ExpeditionZone.com)

Quelle : http://de.news.yahoo.com/030127/87/386mo.html
 

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