Auswärtiges Amt schickt den Pinguin in Ruhestand
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Thema: Auswärtiges Amt schickt den Pinguin in Ruhestand

  1. #1
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    Auswärtiges Amt schickt den Pinguin in Ruhestand

    Auswärtiges Amt schickt den Pinguin in Ruhestand
    Open Source konnte IT-Kosten für eGovernment nicht senken
    15.02.2011 | Redakteur: Gerald Viola
    2002 hat das Auswärtige Amt begonnen, seine Rechner weltweit auf Open-Source-Software umzustellen. Jetzt wird zurückgerudert: Migration auf Windows. Die Einsparungen waren nicht so hoch, wie es sich die Verantwortlichen versprochen hatten. Doch das ist nicht der einzige Grund.
    Der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek hat das mit einer kleinen Anfrage bekannt gemacht, auf die jetzt die Anwort aus dem zuständigen Bundesinnenministerium vorliegt.

    Noch vor einigen Jahren hatte das Auswärtige Amt enorme Kosteneinsparungen im IT-Bereich und bei der weltweiten Vernetzung der Behörden geltend gemacht. Die Bilanz der Bundesregierung ist heute eher ernüchternd, das Potenzial habe nur in „geringem Umfang ausgeschöpft“ werden können.
    Mehr Geld für Personal, Schulungen und Implementationen

    „Die tatsächlich erzielten Einsparungen betreffen überwiegend eingesparte Lizenzkosten in den Jahren 2005 bis 2007. In den Folgejahren entstanden zusätzliche Kosten für die Entwicklung von Scanner- und Druckertreibern, da diese nicht am Markt verfügbar sind. Diese waren wegen der Marktentwicklungen im Bereich der quelloffenen Software sowohl innerhalb der Bundesverwaltung als auch generell höher als erwartet.

    Ebenso entstanden in der Höhe nicht so erwartete Mehraufwendungen für Personal, Schulungen, Implementationen und Pflege von Anpassungen. Insofern muss davon ausgegangen werden, dass entgegen optimistischen Erwartungen im Gesamtzeitraum keine größeren Einsparungen erzielt wurden.“

    Und die generellen Erfahrungen zum Thema freie Software – auch in anderen Bundesbehörden – sind aus Sicht der Regierung insbesondere im Back-Office-Bereich positiv. Aber:

    *

    „Es hat sich jedoch gezeigt, dass Aufwendungen für Anpassungen und Erweiterungen durch selten bereits vorhandene Treiber und Schnittstellen höher sind als beim Einsatz von weit verbreiteten proprietären Produkten (Standardsoftware).
    *

    Beim Einsetz von quelloffener Software in stark anwenderbezogenen Bereichen wurde vielfach Kritik in Bezug auf Bedienerfreundlichkeit und fehlende Funktionalität geäußert.
    *

    Darüber hinaus bestanden viele ungelöste Interoperabilitätsprobleme, die die Kommunikation und damit Arbeitsfähigkeit zum Teil beeinträchtigen. Dies wurde auch durch eine Umfrage während einer IT-Organisationsberatung im Auswärtigen Amt bestätigt.“

    Dennoch: „Das Auswärtige Amt plant auch weiterhin, dort wo sich quelloffene Software bewährt hat (zum Beispiel Back Office, Netze), diese einzusetzen.“ Und der Einsatz von quelloffener Software in der Bundesverwaltung werde von der Regierung empfohlen und unterstützt – „überall dort, wo sie geeignet und wirtschaftlich ist.“

    Und dann noch eine Ohrfeige für den Pinguin: „Im Koordinatensystem von Nutzerbedarf, Sicherheit und Kosten stellt die IT-Strategie (des Auswärtigen Amtes) den Nutzer in den Mittelpunkt.“ Heißt: Fortentwicklung von einer „ausschließlich auf quelloffene Software ausgerichteten IT-Strategie“ hin zu einer „kooperativ ausgerichteten IT-Strategie im Rahmen der gemeinsamten IT-Strategie des Bundes“.
    Quelle: http://www.it-business.de/news/produ...66/index1.html




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  3. #2
    König Avatar von @->-
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    Nun ich kann es schon nachvollziehen. Man kann es drehen und wenden wie man will, Linux ist eben eine Dauerbaustelle.

    Es liegt denke ich auch mal an der Entwicklungsmethode. Es werden ständig Programme durch andere ersetzt, die Kernel API ändert sich ständig was es zu einem Glückspiel macht mit Hardware zu arbeiten für die es keine freien Treiber gibt, weil nach jedem Kernel update schluss sein kann. Dann kommt noch dazu das es keinen wirklichen Masterplan gibt. Jede Distribution kocht ihr eigenes Süppchen und Programm A läuft nicht unbedingt auf Distribution B. Linux bietet eben nicht diese Planungssicherheit, Schnittstellen die heute existieren können morgen schon weg sein.

    Klar es gibt Enterprise Systeme wie RedHat, aber preislich macht das ja auch keinen wirklichen unterschied zu anderen Systemen.

    Auf der anderen Seite musste diese wir ersetzen System A durch System B ja scheitern. Hier wurde wahrscheinlich "Alternatives System" mit "Ersatz System" verwechselt. Viele Firmen/Behörden die auf alternative Software wechseln gehen oft nach einiger Zeit zu ihrem alten System zurück, meist durch falsche Planung/umsetzung/motivationen.

    Ich denke man sollte einen anderen Weg gehen. Bevor man radikal das Betriebssystem wechselt sollte man zusehen das man Software entwickelt/kauft/verwendet die unabhängig vom verwendeten System lauffähig ist. Das könnte man zum Beispiel durch spezielle Schnittstellen, Libs, interpreten oder ähnlichen umsetzen, bei Java klappt es ja auch. Denke auch das die Plattforunabhängigkeit in Zukunft immer wichtiger wird da es einfach immer mehr Plattformen gibt. Wenn die benötigte Software erst einmal plattformunabhängig ist spielt der Unterbau keine große Rolle mehr und migrationen auf andere Systeme gelingen auch besser. Aber im Moment ist ein Systemwechsel oft so als man beim Hausbau mit dem Dach anfängt.

    Grüße

  4. #3
    Law & Order Avatar von sinn3r
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    Kein überraschender Schritt bei unserer Lobby-Regierung. Und irgendwas dazu dichten kriegt die Presse-Abteilung schon hin, die studieren sowas ja.

    Gruß
    Will the real Slim Shady please stand up?

  5. #4
    Foren Gott
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    Zitat Zitat von sinn3r Beitrag anzeigen
    Kein überraschender Schritt bei unserer Lobby-Regierung. Und irgendwas dazu dichten kriegt die Presse-Abteilung schon hin, die studieren sowas ja.
    Gruß
    Da gibt es hoffentlich sprachgewandtere Schreiberlinge. Die Argumentationen sind schon sehr duerftig. Es gibt Linux-Distributionen mit auch mittelfristig stabilen APIs, und wenn das wirklich wichtig waere, koennte man auch auf ein *BSD ausweichen. Und wenn deren IT'ler nicht in der Lage sind, Scanner und Drucker zu finden, die unter Linux unterstuetzt werden, hilft wohl auch keine Fortbildung mehr - schliesslich kann man ja google bestimmt auch von IE aus benutzen. etc, etc, pp.!

  6. #5
    Vitamin C++ Avatar von Blender3D
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    Alles richtig. Im Ende läuft es darauf hinaus, dass die Kosten der Umstellung nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden. Und, dass das System, auf welches umgestellt wurde nicht vorher auf Tauglichkeit geprüft wurde, sondern offenbar eine Milchmädchenrechnung mit den Lizenzkosteneinsparungen gemacht wurde. Aber wenigstens wurde es versucht.
    Mal wieder freie Software != kostenlose Software.
    Ich glaube übrigens nicht, dass diesmal die Lobby von M$ dahintersteckt, denn die hätten das Projekt schon viel früher abgefangen, indem sie einfach eine realistische Worst-Case Rechnung aufstellen und mit den Kosten des eigenen Systems vergleichen.

    --Blender3D
    42

  7. #6
    König Avatar von @->-
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    indem sie einfach eine realistische Worst-Case Rechnung aufstellen und mit den Kosten des eigenen Systems vergleichen.
    In solchen Fällen werden auch gerne mal die Lizenzen verschenkt nur um zu verhindern das ein anderes System eingesetzt wird. Bei solchen Sachen ist Microsoft nicht geizig

    Grüße

  8. #7
    Routinier Avatar von T-One
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    Sehr interessanter link:

    http://www.netzpolitik.org/2011/inte...rce-strategie/

    da lauft anscheinend doch nicht alles so sauber ab ....
    % rm God
    rm: God nonexistent

  9. #8
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    http://www.muenchen.de/limux


    Komisch, dass in München solche Probleme auch, wohl mit Bravur, gemeistert wurden/werden. Hab im TV mal nen Bericht darüber gesehen, in dem einer der Verantwortlichen sinngemäß meinte, dass die schwerwiegenden Probleme Mitarbeiter sind, die keine Lust haben sich auf was anderes ein zu lassen.

  10. #9
    Foren Gott
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    Zitat Zitat von skull-y Beitrag anzeigen
    Hab im TV mal nen Bericht darüber gesehen, in dem einer der Verantwortlichen sinngemäß meinte, dass die schwerwiegenden Probleme Mitarbeiter sind, die keine Lust haben sich auf was anderes ein zu lassen.
    Das ist ja auch in dem Bericht von McKinsey in dem Link von T-One so angedeutet.

  11. #10
    König Avatar von @->-
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    Komisch, dass in München solche Probleme auch, wohl mit Bravur, gemeistert wurden/werden.
    Ich habe mal eine Dokumentation darüber gesehen. Die das ganze eingeleitet haben und durchführen scheinen allgemein auch noch jünger zu sein, also noch Technikbegeistert und motiviert Probleme zu lösen. Natürlich ist dann auch das Wissen noch frisch.

    Vielleicht sind im Auswertigen Amt die Administratoren sturre Jahrgang 1965 Admins die mit änderungen nicht mehr viel anfangen können die kein verständniss mehr für aktuelle Entwicklungen haben. Jeder der schon einmal auf einer Behörde war wird bestimmt auch wissen wie sturr viele dort sind. Eine Situation die man die letzten 10 Jahre nicht hatte überfordert die komplette Behörde und alles was nicht so eintritt wie in den Arbeitsanweisungen ist eh der Supergau

    Grüße

  12. #11
    terra incognita Avatar von gropiuskalle
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    Upsi, im falschen *Forum* gepostet, sorry.
    Geändert von gropiuskalle (17.02.2011 um 22:06 Uhr)

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