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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Deutschland sicher im Netz"



SkydiverBS
03.02.2005, 22:08
Hallo, ich bins wieder :) !

Erstmal Glückwunsch für deinen neuen Posten tr0nix! Seitdem hattest du ja noch nicht so viel zu tun ;) , deshalb fang ich mal einen neuen Thread an.

Was haltet ihr von der Aktion "Deutschland sicher im Netz" (siehe Heise Online Artikel (http://www.heise.de/newsticker/meldung/55740)) ? Also grundsätzlich finde ich das es eine gute Idee und schon längst überfällig ist. Allerdings lässt mich der Gedanke nicht ruhen das gerade eine Firma wie Microsoft, bzw. Bill Gates dieses Projekt mit gestartet hat.

Microsoft hat sich ja in der Vergangenheit nicht gerade berühmt gemacht um die Sicherheit und Stabilität seiner Software/seines Betriebssystems. Gut wenn sich das jetzt ändert, aber ich habe die Befürchtung das in der Aktion z.B. Linux zu kurz kommt. Das diese Angst nicht unbegründet ist hat Bill Gates wieder in einem Spiegel-Interview (Ausgabe 5/2005) bestätigt, indem er Linux kommentierte und die üblichen Vorurteile wiederholte (siehe "Reaktion vom Linux-Verband" (http://www.heise.de/newsticker/meldung/55750)).

Auch eBay, eine weitere Firma die sich an dem Projekt beteiligt, reagierte im letzten Jahr gar nicht, bzw. sehr spät auf eine vorhandene Sicherheitslücke in ihren Webseiten (siehe "eBay-Passwortklau" (http://www.heise.de/newsticker/meldung/54272) und Heise Security Kommentar (http://www.heise.de/security/artikel/51529)).

Würde mich mal interessieren was eure Meinung dazu ist!

Gruss,
Philip

mo_no
03.02.2005, 22:22
Also denke mal, dass das ganze nur eine weitere Markstrategie und PR Aktion von Microsoft ist.
Es ist selbstverständlich, dass die anderen Beteiligten etwas unternehmen werden.
Inwiefern Taten von MS folgen ist fraglich.
Die Deutschen sollen nur denken: "Ah, Microsoft kümmert sich um die Sicherheit in Deutschland!"
Und somit hat MS sein Image ganz schnell wieder aufpoliert.

Meister Lampe
03.02.2005, 23:47
ich denke, dass hier selbstverständlichkeiten auf einen schild gehoben werden soll. da kommen updates zwar spät und schließen die lücken nur unzureichend, aber wenn man sie als gönner auf den markt wirft und großen rummel darüber macht, wie man doch um die sicherheit der user bemüht ist, stellt sich eine schwäche schon als stärke dar.

zudem will microsoft hier auch dinge einschleifen, die eben unter linux oder mac os vollkommen normal sind: der user soll nicht als admin unterwegs sein (erkläre da aber mal einem zocker, dessen spiel admin-rechte des users benötigt...) und immer braf seinen internet explorer patchen. somit wird auch vieles, was durch fehlerhafte vorherige user-führung verursacht wurde, jetzt auf diesen abgeschoben. du musst jetzt lernen, dein windows sicher zu halten. das bei der installation fröhlich im admin-modus gestartet wird und microsoft sich mit seinen abhörmethoden das vertrauen der user selbst verbaut hat, sodass sie einfach keine updates mehr automatisch beziehen wollen, ist die kehrseite der ganzen sache. aber natürlich, der unerzogen userr hätte sich ja selbst erziehen müssen, als macht sich die firma jetzt gönnerhaft auf, ihm doch zu helfen.
ich denke, dass microsoft hier ganz klug handelt. nun muss aber die linux-community dagegenhalten und klarstellen, dass es weiterhin system-schwächen bei windows gibt, die auch der gelehrte user nicht einfach umschiffen kann. linux hat da vielleicht bessere ansätze.

Fusselbär
04.02.2005, 02:04
Hallo,

wenn ich´s mir so recht überlege,
ist es schon richtig, das an der Sicherheit
etwas getan werden muß.

Aber bevor der User noch auf die Idee kommt,
das Übel an der Wurzel zu packen
und zu beseitigen, was unsicher ist,
(z.B. Acount bei Ebay, Windows als Betreibsystem)
werden lieber schnell Marketing-Nebelbomben geworfen.

Dabei ließe sich durch Nutzung von Nicht Microsoft Systemen
die Virenzirkulation ruckartig abstellen. :devzung:

Auch wär´s wohl besser, persöhnliche Daten
nicht einem Unternehmen anzuvertrauen,
das dieses Vertrauen nicht verdient.

Hier im Unixboard wird der Schritt zu einem
sicheren Betriebsystem schon geschehen sein.

Aber es ist schon faszinierend,
wie Windows User ihr Virenbouqet
verteidigen, weil sie das für ihr Betriebsystem halten. :D

Wahrscheinlich gewinnt das System,
für das es die meisten Spiele gibt,
vollkommen egal,
ob der Computer in einen Public Computer verwandelt wird.

Will man die Massen,
braucht das System Spiele,
will man Spiele,
braucht das System Massen an Benutzern.


Gruß, Fusselbär

manthano
04.02.2005, 05:21
Fusselbär, ACK, bis auf:

Aber bevor der User noch auf die Idee kommt,
das Übel an der Wurzel zu packen
und zu beseitigen, was unsicher ist,
(z.B. Acount bei Ebay, Windows als Betreibsystem)
werden lieber schnell Marketing-Nebelbomben geworfen.
Das Ebay-Account zu löschen ist wohl keine akzeptable Lösung. Ich möchte nicht, bloß weil die Website einen Fehler hat, gleich mein Account löschen.
Wenn niemand mehr Windows benutzen würde, wäre das Internet auch nicht viel sicherer. Und zwar nicht weil - wie viele sagen - dann eben die Bugs in Linux gefunden werden würden, sondern weil Linux, wenn es von Anfängern benutzt wird, auch nicht sehr sicher ist. Oder hast du schon mal einen Linux-Neuling gesehen, der liest "Lücke im Linux-Kernel, Fehler beseitigt in neuer Version blabla" und sagt: "Kein Problem, ich geh' schnell einen neuen Kernel backen!"? Windowsupdates dagegen sind mit ein paar Klicks und einer schön bunten Oberfläche erledigt. Ich denke, es lässt sich nicht abstreiten, Linux ist nichts für den typischen "Home-Office-User" (und es gibt imho nichts schlimmeres, als Typen die schnell eine Distribution installieren und dann sagen "Linux ist scheiße", bloß weil sie Mist bei der Installation/Konfiguration gebaut haben).

NiceDay
04.02.2005, 12:24
Zum Thema ansich gibts nix groß zu sagen, weil ich diese Sache einfach nur für ne Marktstrategie halte um wieder Win weiter hervorzuheben, isja auch schon untergegangen, bei den Massen-Knoppix-CDs in Zeitschriften^^.

Windowsupdates dagegen sind mit ein paar Klicks und einer schön bunten Oberfläche erledigt.
Bei (ist nur ein Bsp.) MDK ist der Update-Manager auch schön kunterbunt und nen neuen Kernel gibts ja auch ab und an direkt als RPM; was will man mehr. Die VÖ dieser neuen Kernel-Pakete könnte jedoch teilweise etwas schneller erfolgen, damit der Home-User auch sich möglich aktuell an die neuen Gegebenheiten anpassen kann, denke ich.

randomidiot
04.02.2005, 13:52
Ich sehe die Sache nicht so locker.
Meiner Meinung nach ist das viel mehr als eine PR-Aktion.
Hier übergibt der Staat ein Teil seiner Souveränität an einen veruchten Monopolisten ab - eine unglaubliche Sauerei. Die Regierung sollte sich lieber im Rahmen der Europäischen Union für offene und verbindliche Datei- und Protokollstandarte einsetzen sowie Windows als Betriebssystem aus allen staatlichen (vor allem militärischen) Einrichtungen entfernen. Wir können es uns im Informationszeitalter nicht erlauben von einem amerikanischen Unternehmen und seiner "Sicherheits"politik abhängig zu sein.
Techniken wie der Fingerabdruckanalyse stehe ich auch bedenklich gegenüber - so wird nachvollziehbar gemacht wer sich wann an welchem PC befindet. Ein weiterer Schritt zur totalen Überwachung - das ist beim Verhältnis User/Krimineller extrem unangebracht.
Verrat an Land und Demokratie wenn ihr mich fragt...

illtiss
04.02.2005, 14:11
kann ich nur Zustimmen, ich glaub nach München wollen auch Stockholm und Paris auf Linux umsteigen.
Da kann man sehen das es in "kleinen" Stücken anfängt. Das Menschen die eine Verantwortung für sensible haben, Sie auch tragen können. In unserem kleinen Kaff hat jemand letztes jahr permanent den Windoof Server der Stadtverwaltung gehackt, gab infos anWerbe Firmen und alle wurden zu gemüllt. Ab dEzember lesten jahres haben Sie nun einen Unix Server mit SuSE als Desktop für die Mitarbeiter. Mein Freund arbeitet als Fachinformatiker der hat gesagt das Ding war offen wie ein ScheunenTor. Sowas wie diesen zerfressenen WinServer hat er noch nie gesehen

manthano
04.02.2005, 14:16
kann ich nur Zustimmen, ich glaub nach München wollen auch Stockholm und Paris auf Linux umsteigen.
Die Deutsche Bahn auch, hab ich gerade bei Golem gelesen. :)

Fusselbär
04.02.2005, 22:05
Hallo,

mir ist auf diesem Bild vom Gipfeltreffen (http://www.winfuture.de/index.php?nolayout=1&page=wfv4/BSv2/scg.show.php&pic_id=1107203312)
aufgefallen,
das gerade Firmen dabei sind,
die in Sicherheitsdingen eher negativ aufgefallen sind.

Daher auch mein Post,
in dem ich Microsoft Windows, und Ebay erwähnte.

Wohl auf Grund der späten Stunde,
(die Streichhölzer, die meine Augen noch offen hielten,
bogen sich wohl schon durch) :D
habe ich T-Online ganz vergessen zu erwähnen.
Da war doch was,
was der CCC (http://www.ccc.de/) veröffentlicht hatte.

Leider ist im Augenblick die Datenschleuder
vom CCC nicht zu ereichen.
Da stand das drin.

Verkehrt ist es sicherlich nicht,
das Sicherheit im Netz zum Thema wird.

Aber auf Grund der Initziatoren die es jetzt
an die große Glocke hängen,
habe ich das Gefühl, das sich hier ausgerechnet
"die Böcke zu Gärtnern" machen wollen. :devil:

Ich denke mal, man hat sich gedacht:
"besser WIR reißen das Thema an uns,
bevor sich der User bewußt wird,
und WIR das Thema und den Diskusionsverlauf
in den Medien-Leadern (Spiegel, FAZ etc.)
nicht mehr lenken können" :brav:

Gruß, Fusselbär


Der Artikel zu dem Bild vom Gipfeltreffen ist
im Winfuture Magazin (http://winfuture.de/magazin,18818,1.html) nachzulesen.

P.S.:
Auch der CCC hat einen Artikel zum Thema (http://www.ccc.de/updates/2005/unsicherimnetz?language=de).