UserLinux

Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von thorus, 05.12.2003.

  1. #1 thorus, 05.12.2003
    Zuletzt bearbeitet: 05.12.2003
    thorus

    thorus GNU-Freiheitskämpfer

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    Bruce Peren's Manifesto von UserLinux hat mich etwas nachdenklich gemacht:
    http://www.userlinux.com/white_paper.html

    Ich poste das hier, weil ich mal eine Diskussion anstossen wollte, was ihr darüber denkt.

    Ich persönlich stimme Perens in den meisten Punkten zu. GNU/Linux wurde zu stark kommerzialisiert und ausgebeutet und die gesamte Community leidet darunter. Stallman hat GNU und Linus Linux erschaffen, um ein Low-Cost Betriebssystem bzw. Kernel mit der Freiheit alles damit zu tun zu entwickeln.
    Ich finde so Sachen wie bezahlen pro Clientinstallation und solche Späße können nicht angehen. Das können sich auch nur die großen Namen erlauben. Natürlich ist es legal, keine Frage, aber das sind Microsoft-Methoden und aus der Sicht der Entwickler von freien Software nicht gerecht, ihre Software sollte überall und ohne finanzielle Mehrbelastung installiert werden können.
    Und wenn's dann heisst "Linux ist teurer als Windows", dann wird wieder darauf rumgeritten, dass es doch billiger wäre. Aber die großen Distris machen das so teuer.

    Natürlich gibt es Alternativen, aber was glaub ihr nimmt das Management einer Firma, eine Distri, die gleich Support mitliefert, dafür teurer ist, oder eine freie Distribution die es kostenlos gibt? ("wertlos")
    Eine Linux-Distribution sollte auch die Freiheit liefern zu entscheiden von welcher Firma ich evtl. Support will.
    Naja, wenn mein Admin Support braucht, dann is eigentlich eh schon alles verloren....

    Aber deswegen gleich eine neue Distribution zu machen finde ich auch eigentlichsinnvoll. Debian verfolgt zwar die gleichen Ziele, aber nicht für den Desktop der Ottonormalverbraucher, das ist klar.

    Was denkt ihr über Perens Vorstellungen?
     
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  3. chb

    chb Steirer

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    Naja ich bin ja net der Kapitalist hier, aber was da vorsichgeht hat was mit dem erwachsenwerden von Linux zu tun. Das iss eigentlich net so gefährlich, weil das Linux selber ja immer unter der GPL bleibt und die ganzen Support Verträge werden ja drumherum ausgehandelt.
    Da kann man sich ja auch freien Support verschaffen, iss so ähnlich wie bei Hardware, wenn mir nen IBM Highendwasweisich super dingstl Server :), kauf dann schließ ich ja auch nen Supportvertrag ab, damit der gut läuft.

    Gefährlicher sind andere Dinge wie zB. YAST, das nicht frei oder nur unter einer obskuren Lizenz zu erwerben ist. Klar es wird jetzt kommerzielle Programme geben siehe XV, _aber_ nicht als rudimentärer bestandteil des Systems. !

    So mal was ich so denk ;P
     
  4. miret

    miret im Ghost-Modus
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    Ich denke einfach mal, bei der Eigendynamik, die Linux in Programmierer-Kreisen ständig neu entwickelt, braucht man sich keine Sorgen machen, nicht mehr an ein Low-Cost-Linux allein unter GPL zu kommen!
    Grundsätzlich laufen Perens Gedanken ja auch darauf hinaus und das ist gut so!
    Klar hat die Business-Entwicklung von einigen Distros auch mit "Erwachsen-werden" zu tun. Und ausserdem wird ja keine Firma gezwungen den Support eines Distributors in Anspruch zu nehmen und hat somit die Wahl, ein erstklassiges "Business"-Linux für wenig bis kein Geld zu bekommen! Entsprechendes Know-How natürlich vorrausgesetzt! Ist natürlich nur der Idealfall und dürfte in der Realität selten genug vorkommen! Und dann muss ich halt für den Support bezahlen, das finde ich völlig ok!
    Fazit: Solange Linux mehrgleisig fährt, ist für alle was dabei und ich sehe momentan keine Bestrebung oder gar Möglichkeit das zu ändern!

    Zu yast: Moralisch gesehen, halte ich yast auch für zumindest bedenklich, da es stark ins System eingebunden ist!
    Technisch ist es für mich ein hervorragendes Instrument, vor allem für mich! :)
     
  5. thorus

    thorus GNU-Freiheitskämpfer

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    Was mich persönlich an YaST aufregt ist nicht nur, dass er massiv ins System eingebettet ist, sondern dass er nicht _frei_ ist.
    Man darf deswegen zum Beispiel SuSE Linux nicht brennen und verkaufen oder auf die Isos auf FTPs stellen (von der beigelegten kommerziellen Software jetzt mal abgesehen).

    Naja, uns das mit den Supportverträgen... normal wird eine Firma automatisch den Support der größeren Distribution benutzen, das is wohl klar, aber die haben dabei die Oberhand. Ich persönlich würde keine Supportfirma für SuSE Linux machen, weil SuSE dafür eh schon Support anbietet und der Profit also ausbleiben wird. Das denken sich viele Unternehmer und schon haben wir wieder einen Support-Monokultur, hier am Beispiel von SuSE. Und jetzt gibts keine Konkurenten und SuSE wird den Support etwas "kostengünster" für anlegen.
    Man kann alles so und so sehen ;)

    Ich denke der Schritt in Richtung Freiheit und hier im Beispiel der freien Wahl des Supports geht in die richtige Richtung.
     
  6. miret

    miret im Ghost-Modus
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    Das hatte ich als Hintergrund vorrausgesetzt! Und deshalb meine Aussage über die starke Einbindung ins SuSE Linux!

    Das dies nicht so weit kommt, können nur die anderen Distributoren verhindern und ich denke mal, die werden das schon.
    Ansonsten ist's halt die freie Marktwirtschaft, (mir erscheint das "alte" Wort Kapitalismus heutzutage wieder angebrachter denn je), unabhängig davon, wie man persönlich dazu steht!

    Und mit dieser Aussage hast du ja schon ein nicht so falsches Fazit geliefert! :]
     
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