"revolution os"

Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von posiputt, 07.10.2007.

  1. #1 posiputt, 07.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2007
    posiputt

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    ich hab letztens den film "revolution os" gesehen. der ist von 2001 und es geht grundsaetzlich um linux und gnu. es kommen ein paar prominente zu wort, stallman, raymond, torvalds und bla.

    im grunde ganz interessant, aber mir fiel auf, wie offenbar ablehnend und skeptisch gerade e. raymond wird, als gefragt wird, ob linux und freie software nicht ein bisschen wie kommunismus seien.

    nein nein, heiszt es da ein bisschen hysterisch, denn freie software zwinge ja niemanden, zu teilen. niemand wuerde eingesperrt oder exekutiert, weil er nicht teile. das hoert sich ja boese an. aber hier zeichnen sich wohl die grenzen zwischen sozialismus und liberalismus ab.

    wie businesstauglich und performant linux sei, wird ja immer wieder gerne gesagt. wie viel billiger in unternehmen und wie kostenlos fuer den privatanwender. ueber den freiheitlichen, sozialen kram macht sich (von den zitierten) eigentlich nur r. stallman gedanken. verfehlen die ganzen business-heinis nicht irgendwie den knackpunkt der sache?

    nein, ich denke nicht, dass man irgendwen zwingen sollte, alles zu teilen, was ersiees hat. ich halte nicht viel von der abschaffung des privateigentums. aber darum gehts auch garnicht, bei so grundlegenden strukturen wie zum beispiel dem internet, der verfuegungsgewalt ueber die eigene hardware (die ja privatbesitz ist ;)), informationen, von denen ganz konkret menschenleben abhaengen (siehe patente und die versorgung afrikas mit medikamenten).

    so, worum es mir in diesem beitrag eigentlich geht: ist die unternehmerische freiheit wichtiger als das menschliche recht auf leben, gesundheit und information? da sollten sich ein paar koepfe "da oben" in der prominentenhirarchie mal gedanken drueber machen.

    sowieso scheinen viele anwender und befuerworter freier software schreckliche angst davor zu haben, fuer idealisten gehalten zu werden. und daher hoert man wohl auch so wenig vom herrn stallman. schade eigentlich.

    edit: hier noch ein link zum genannten film "revolution os" auf google video
     
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  3. #2 pinky, 07.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2007
    pinky

    pinky König

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    Hallo posiputt,

    Ich denke da kann man lange diskutieren. Für mich ist Kommunismus u.a. die Abschaffung von Eigentum (zumindest was die Produktionsgüter betrifft). Daniel Cohn Bendit (Grüner EU-Abgeordneter) hat mal zur Hochphase der Softwarepatente-Diskussion MS und proprietäre Software als "Kommunismus" bezeichnet, da dadurch der Markt ausgehebelt wird und es keinen freien Markt mehr gibt. Es gibt sicher auch noch andere Ansichten, was Kommunismus ist.

    Wenn ich jetzt mal die beiden Beispiele nehme, dann ist Freie Software ganz klar nicht Kommunismus. Freie Software führt das "Eigentum" gerade wieder ein (zumindest das was man intuitiv als Eigentum versteht). Denn nur wenn ich als Privatperson oder Unternehmen Freie Software einsetze kann ich mit der Software alles machen was ich will, bin unabhängig von einem Unternehme und besitze quasi meine Kopie der Software.
    Wenn man sich die Aussage von Cohn Bendit ansieht ist Freie Software auch kein Kommunismus, denn Freie Software ermöglicht erst wieder einen freien Markt. Es gibt eine niedrige Einstiegshörde für jeden neuen Teilnehmer im Markt. Auch gibt es keine Monopole mehr, da jeder alles anbieten und für alles Angebote erstellen kann.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf diese beiden kurzen Videos hinweisen, in denen Georg Greve (FSFE) dem Wirtschaftsmenister von Chile die Vorteile Freier Software erläutert:

    http://www.youtube.com/watch?v=Jz6LO16JNPU
    http://www.youtube.com/watch?v=Ae2MCdUTKME

    Das ist leider die Verwässerung, die Open Source und Leute wie Eric Raymond und Linus Torvalds mitgebracht haben. Das die "business-heinis" nur ihr Geschäft im Kopf haben, nehme ich ihnen nicht Krumm, das ist ihr Job. Mein Link weiter unten (Rede von Georg Greve) zeigt auch, dass das eine das andere gar nicht ausschließen muss.

    Das wir als Community manchmal meinen, zum "business-heinis" werden zu müssen, indem wir Firmen völlig kritiklos gegenüberstehen (z.B. NVidia um mal ein prominentes Beispiel zu nennen) finde ich schade. Das liegt aber an jedem von uns, deswegen spreche ich z.B. kontinuierlich von GNU/Linux und Freier Software um den Fokus auf das, in meinen Augen, wesentliche zu lenken.

    Auch Interessant, eine aktuelle Rede von Georg Greve (FSFE) in Zürich, wo es um Freie Software im Unternehmen geht und warum man da Freie Software einsetzen sollte:
    Audio, Slides


    Sehe ich ähnlich. Eben Moglen hat es in dieser Rede sehr schön ausgedrückt (Sinngemäß): Wenn wir ein Brot backen könnten und dann mit einem Knopfdruck alle Menschen mit Brot versorgen könnten, was rechtfertigt es dann mehr für ein Brot zu verlangen als das was der ärmste Mensch sich leisten kann? Jeder der in dieser Situation mehr verlangt muss sich im klaren sein, dass er evtl. das Leben eines Menschen auf dem gewissen hat. Wenn wir diese Möglichkeiten heute mit Wissen und Information haben, was rechtfertigt es mehr zu verlangen als der ärmste dafür zahlen kann und damit ganze Menschengruppen von Wissen, Information und Kultur auszuschließen?

    Ich denke daraus ergibt sich auch die Antwort auf die Frage "ist die unternehmerische freiheit wichtiger als...": Nein, sie ist nicht wichtiger. Diese ganze unternehmerische Freiheit ist eine "Freiheit" die nicht auf Freiheit aufbaut sondern auf Monopolen die wir, die Gesellschaft, ihnen geben (Patente, Urheberrecht, Warenzeichen,...) und wir als Gesellschaft sollten diese Monopole eigentlich nur vergeben, wenn sie der Gesellschaft als ganzes nutzen.

    Eben Moglen hat das auch mal schön auf den Punkt gebracht, wie albern es eigentlich ist hier von "Freiheit" oder einem "freien Markt" zu sprechen: When somebody says "I am a free market capitalist, and that is why I believe in the free patent law'' - that is to say that government should decide what is a good idea, should decide who had the idea, and that for 20 years no one else is allowed to use the idea unless they pay for it."

    In den Mainstream Medien hört man davon zu wenig, dass ist richtig. Aber wenn man genau hinschaut kann man sehr viele wichtige Stimmen hören. Die ganzen FSFs (mittlerweile sind es afaik 4) haben Leute die fast täglich Reden halten und Interviews geben. Sie beteiligen sich auf politischer Ebene (Landesebene, EU, UN,...) usw.

    Wir werden also durchaus gehört, auch wenn man als Außenstehender vielleicht abseits der Mainstream Medien schauen muss um es wahr zu nehmen und auch trotz, dass uns Leute die eigentlich auf unserer Seite stehen sollten, ab und zu Steine in den Weg werfen.
     
  4. #3 gropiuskalle, 07.10.2007
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    Ich verstehe nicht, warum der Kommunismus hier als Beispiel für eine falsche Wirtschaftspolitik steht. Was ist so falsch daran, wenn der 'freie Markt' ausgehebelt würde? Eine wichtige Folge von Open Source sollte es sein, dass Produkte kein Mittel mehr sein können, Monopole herzustellen.

    Dass die upper-class der Linux-Community wie Torvalds und Stallman (ja auch der!) bei Lichte betrachtet sehr Geldsackig rüberkommen und krampfhaft versuchen darzustellen, dass auch OS-Software sich wirtschaftlich ausquetschen lässt, liegt eventuell daran, dass diese Leute wirklich sehr sehr reich sind - da verliert man gerne mal den Blick für die Welt jenseits des Kommerz. 'Revolution OS' hat mir in dieser Hinsicht wirklich die Augen geöffnet.
     
  5. pinky

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    Stallman und Linus Torvalds sind reich? Sorry, aber da muss ich wohl was verpasst haben. Linus hat sicher einen (sehr) gut bezahlten Job, aber ob man das schon Reich nennen kann? Und was Stallman angeht, der lebt ja wohl wirklich wie ein armer Hund und hat kaum Kohle.
     
  6. #5 gropiuskalle, 07.10.2007
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    Torvalds kann man sehr wohl reich nennen (mal im Ernst! Der Mann ist einer der berstbezahlten Programmierer überhaupt!), der muss sich wohl kaum noch Gedanken darüber machen, wie er über die Runden kommt - und wer mal eben seine MIT-Stelle aufgeben kann, um anschließend den Globus mit Vorträgen zu beglücken, wird wohl kaum darben... ich sage nicht, dass dieser Umstand gegen einen von beiden spricht, aber er verändert die Perspektive.
     
  7. #6 pinky, 07.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2007
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    Hast du Zahlen? Kennst du seinen Gehalts-Check?
    Also wie gesagt, ich glaube, dass er sehr gut verdient (er ist übrigens nicht nur Programmierer sondern Informatiker). Damit steht er, was die finanzielle Situation angeht, sicher über einem "normalen Arbeiter" aber ob er z.B. Millionen auf dem Konto hat wage ich sehr zu bezweifeln. Außerdem denke ich hat die "Linux Foundation" auch nicht so viel Kohle, da hat er bei Transmeta sicher mehr verdient. Linus verdient sicher ein entsprechendes Gehalt für einen studierten Informatiker in leitender Position, arg viel mehr wird es aber ziemlich sicher nicht sein. Zumindest habe ich keine Anzeichen dafür, du?

    Ich weiß zwar nicht was "darden" sind, aber das ist auch nicht so wichtig.

    Ja genau, wenn er seinen Job beim MIT kündigt muss er ja Geld haben.
    Du weißt schon, dass er damals sein Büro behalten durfte und das seine Wohnung und Arbeitsplatz war! Der Mann hatte kein Geld, nicht mal für eine 1 Zimmer Wohnung, nichts. Also ich hätte sicher nicht den Mut gehabt in seiner Situation meinen Job zu kündigen.
    Wenn du glaubst, dass man durch die Reden die er auf der Welt gibt reich werden kann, dann bitte, ich halte das für sehr blauäugig. RMS wohnt noch heute in einem kleinen Appartment in Boston, hat kein Auto, keine Familie,... nur sich selber den er mit Essen versorgen muss und das er wohl auch (gerade so) schafft. Wenn er durch die Welt reist um Reden zu halten, dann schläft er bei Freunden (bzw. mitglieder der Freien Software Community) auf dem Boden oder auf einer aufblasbaren Matratze. Nur wenn es gar nicht anders geht findet man ihn meist in einem des billigsten Hotels der statt (oder er dreht es irgendwie so hin, dass er nach der Rede gleich wieder abreisen kann). Wenn das für dich reich ist. Ich glaube weder du noch ich würden ein solches Leben leben können/wollen.
    Er lässt sich auch nicht von der FSF bezahlen, sondern arbeitet dort als "Vollzeit-Ehrenamtlicher".

    Aber das ist hier alles vollkommen am Thema vorbei. Im Prinzip würde mich nur noch in knappen Worten interessieren, wie du deine Aussagen unterlegen kannst.

    Ansonsten "back-to-topic".
     
  8. #7 posiputt, 07.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2007
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    schoen, dass ihr so angeregt diskutiert, aber eigentlich ists doch reichlich egal, ob die beiden jetzt reich sind oder nicht. das ist irgendwie auch ihre eigene sache. und die diskussion liesze sich beenden, indem jemand (dens interessiert vielleicht) rausfindet, wo man die entsprechenden fakten nachlesen kann.

    zum thema kommunismus... es gibt da sicher verschiedene ansichten, was aber nicht bedeutet, dass nicht die meisten auf unwissenheit beruhen. was "man" so unter dem begriff versteht, ist ja vor allem von leuten wie lenin, stalin und mao gepraegt. diese leute, gerade die beiden letzten, sind wirklich nicht bekannt fuer ihre ausgepraegte soziale ader.

    grundsaetzlich laesst sich wohl sagen, dass "der kommunismus" keine konkrete erscheinung oder staatsform ist. vielmehr ist "der kommunismus" ein begriff fuer das ende einer entwicklung, die die ganzen unzulaenglichkeiten des kapitalismus (im bezug auf das allgemeinwohl der menschheit) abschafft. und damit wohl auch den kapitalismus selbst.

    "die abschaffung des eigentums" ist dabei ein wesentlicher teil zu wenig gesagt. es geht naemlich um "die abschaffung des privateigentums an den produktionsmitteln". es geht vor allem darum, dass "die arbeiter" selbstverwaltet produzieren. etc.

    hier faellt mir noch was ein. es wird sich ja immer gerne aufgehalten am begriff "diktatur des proletariats". dieser begriff ist wohl bewusst als ein widerspruch in sich gewaehlt worden, weil "das proletariat" (was ich jetzt mal als die gesamtheit aller lohnabhaengigen bezeichne) quasi alle sind, die ihr geld nicht aus ihrem besitz generieren, sondern aus ihrer arbeit (bzw. davon abhaengig sind, das zu tun). (edit:) und damit ist diese klasse zwangslaeufig immer in der mehrheit, weil reichtum sich nicht aus dem nichts vermehrt, sondern grundsaetzlich eine umverteilung von unten (im sinne von "da, wo wenig besitz ist, der immer weniger wird, dadurch, dass er wenig ist") nach oben (im sinne von "da, wo viel besitz ist, der immer mehr wird, dadurch, dass er viel ist") bedingt.

    und ja, ich glaube auch nicht, dass freie software kommunismus ist. aber diese feststellung ist ueberhaupt nicht wertend. es ist einfach so, dass "der kommunismus" nicht auf bestimmte regionen der welt oder bestimmte bereiche sozialer zusammenhaenge beschraenkbar ist. ganz oder garnicht. und insofern kann man auch sagen, dass es noch nie irgendwo kommunismus gegeben hat. denn "irgendwo" kann es garkeinen kommunismus geben.

    aber ein schritt in richtung emanzipation des einzelnen ist es durchaus.

    man muss hier nur bedenken, dass dieser schritt eigentlich keine richtung hat. und inwiefern er eigentlich relevant ist im bezug auf die entwicklungen in einer welt, wo das ganz konkrete ueberleben immernoch von materiellem abhaengig ist, das sich eben nicht mit minimalem aufwand vervielfaeltigen laesst.

    ende der predigt :)
     
  9. #8 pinky, 07.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2007
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    Ich habe zumindest die Lebensweise von RMS kurz beschrieben. Jeder der Interesse daran hat, kann das aus seiner Biographie, der Geschichte über die Entstehung von Freier Software, aus vielen Reden usw. herausfinden. Vielleicht hatte ja der eine oder andere auch schon das vergnügen RMS kennen zu lernen oder kennt jemand der im schonmal auf seinen Reisen "unterschlupf" gab. Also wenn so ein reicher Mann aussieht/lebt, dann bete ich zu Gott nie reich zu werden. ;)

    Aber ich gebe dir recht, dass diese Diskussion vollkommen am Thema vorbei geht, deswegen habe ich ja auch "back-to-topic" geschrieben und werde hier auch nicht weiter darauf eingehen. Eigentlich sollte man sich zu allem was man jemals gelernt/erfahren hat ein paar Links sammeln um das in Diskussionen dann gleich beweisen zu können. Leider bin ich zu faul dazu und ich kann auch nicht für jeden sch*** Links sammeln. Es bleibt also jedem selbst überlassen herauszufinden in welchen Beschreibungen mehr Wahrheit steckt. Alle Infos sollte es Online geben, ich kann nicht für gropiuskalle sprechen aber zumindest ich habe mein Wissen zu 75% aus öffentlichen Quellen.


    Zum Rest muss ich mir noch ein paar Gedanken machen und werde mich vielleicht später nochmal dazu zu Wort melden. ;)
    Aber mal ganz grob gesagt, kann ich dem von dir gesagten zu einem großen Teil zustimmen.
     
  10. #9 gropiuskalle, 07.10.2007
    gropiuskalle

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    Ich fand das in dem Film schon äußerst eindrucksvoll belegt... aber lassen wir dieses Subsegment dieser Auseinandersetzung doch lieber sein, posiputt hat schon recht mit seiner Ahnung, dass dies eventuell die Diskussion zerfasern könnte. Dieser Hinweis aber noch ganz kurz:


    'Darben' (mit 'b'!) heißt lt. wie-sagt-man-noch.de soviel wie 'hungern, schmachten, gieren, missen, sichen, leiden'. Schönes Wort.

    Mir als sprachsensibler Zeitgenosse fiel jedenfalls schön früh die gemeinsame Wurzel von 'Kommunismus' und 'Community' auf, beide Ansätze fußen auf der Idee, dass man mit seinem vollen individuell möglichen Einsatz mehr für die gesamte Gesellschaft tun kann als mit der üblichen Einzelkämpfermentalität, welche nur auf den unmittelbaren Vorteil bedacht ist, und darin sehe ich durchaus Gemeinsamkeiten - natürlich rede ich nicht von den sogenannten 'real existierenden' Gesellschaftsentwürfen wie Nord-Korea oder dergleichen, denn diese sind nie bis zum eigentliche Kommunismus gelangt sondern erstarrten in der pseudo-Diktatur des Proletariats. Um es mal ganz naiv und kindlich darzustellen: jeder macht das, was er am besten kann, stellt es allen zur Verfügung und erreicht somit (sehr schön ausgedrückt, posiputt!) seine eigene Emazipation.

    Natürlich hinken solche Vergleiche immer ein wenig, aber bezüglich der wirtschaftlichen Folgen sehe ich da, wie gesagt, enge Verwandtschaften.
     
  11. #10 kostjaXP, 27.11.2007
    Zuletzt bearbeitet: 27.11.2007
    kostjaXP

    kostjaXP =[KT]=SUpOrt GUnNer=[KT]=

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    ...also da muss ich zwei Dinge loswerden

    nämlich erstens würde ich Eric Raymond's Meinung nicht auf die Goldwaage legen! Er ist eine schillernde Figur und hat in der Vergangenheit eben viel Wirbel um sich gehabt. Aber seine Ansichten sind für Europäer mit Vorsicht zu genießen!
    ELER - GUN/Linux

    may I quote from ESR's - own page?

    nochmal...

    das sagt doch alles...


    zweitens sind wir nicht alle irgendwie Idealisten??...ich meine, das ich den Idealismus habe, bringt mich ja gerade dazu, ein freies Betriebssystem zu nutzen..jeder Nutzer bringt dem freien Betriebssystem weiteren Nutzen, schon durch dieses Forum hier..(die einen als gutes Beispiel zur Motivation, die anderen als schlechtes Beispiel zur (weiteren) Motivation...)
     
  12. pinky

    pinky König

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    Ich bin auch kein großer Freund von ESR, aber das nur am Rande.

    Ich zitiere Allan Cox (eine Mail an ESR) auf einer Fedora Mailingliste:

    "We believe in Free Software and doing the right thing (a practice you appear to have given up on). Maybe it is time the term 'open source' also did the decent thing and died out with you."
     
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  14. #12 supersucker, 27.11.2007
    supersucker

    supersucker Foren Gott

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    Ja, er ist und bleibt halt doch nur ein weiterer verblödeter Redneck.

    Und dann noch bitte das hier aus seinem Blog kurz lesen:

     
  15. #13 posiputt, 27.11.2007
    posiputt

    posiputt zwar!

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    eric raymond ist tatsaechlich ne etwas seltsame figur. was das recht auf selbstverteidigung angeht, stimm ich ihm in gewisser weise zu, wenn ich auch die regelung, die einen berechtigt, jeden "trespasser" zu erschieszen, fuer barbarisch halte. gleichzeitig geht das ganze ziemlich hand in hand mit seiner offensichtlichen angst davor, mit open source fuer einen kommunisten gehalten zu werden: die amerikanisch-patriotische auffassung von "freiheit" ist ja ziemlich stark auf das individuum und (ganz wichtig) seinen besitz ausgerichtet, waehrend sich im kommunismus (nicht verallgemeinerbar und sehr unterschiedlich interpretier- und umsetzbar) alles eher um das kollektiv und das gemeinwohl dreht.

    das sind beides extreme und vermutlich unvereinbare idealvorstellungen.
    aber dann muss man auch bedenken, dass die antikommunistische propaganda von 50 jahren nicht so schnell aus den koepfen waechst, wie sie reingewachsen ist. und dass diese propaganda mit einem allgemeinen begriff ("kommunismus") das fraglos unmenschliche und sehr spezielle arschlochregime des sich kommunismus nennenden russischen staatskapitalismus bezeichnete.

    deswegen denken jetzt wohl viele (auch hier, sowieso), kommunismus habe grundsaetzlich was mit unterdrueckung, verarmung, wirtschaftlicher ineffizienz und diktatur zu tun.

    dazu das: http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistischer_Anarchismus
     
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