Open Source plus und minus

Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von rdg, 26.11.2006.

  1. #1 rdg, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
    rdg

    rdg ???

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    Hi,

    ich selber ein nicht so professioneller Linux Nutzer wie mach andere hier, würde gern mal mit euch über die Vor und Nachteile von open source sprechen.

    Vorteil für mich ist, das man in die Programme hineinschauen kann und diese auch so verändern kann wie man es braucht. So sind Gefahren von sogenante backdoors, glaube ich so heissen diese, von Software ausgeschlossen und jeder kann lernen wie Programme geschrieben werden. Dadurch ergibt sich ein freier Zugang zum Wissen, was unabdingbar meiner Meinung nach ist. Auch ist so eine Monopoliesierung eher schwer zu erreichen, welches für mehr Ausgewogenheit sorgt.

    als Nachteil sehe ich aber, das man als entwickler der gefahr ausgesetz ist hohe entwicklungskosten für neue Produkte zu haben und das andere diese kopieren und nur noch auszubauen brauchen, welches deutlich günstiger ist.
    Auch darauf zu beruhen die Entwicklungskosten nur durch Gelder mit Support wieder einzubringen glaube ich nicht wirklich, oder ruft jemand von euch zu Beispiel kostenpflichtig firefox an.

    Weiterhin meine ich auch das Entwickler die etwas leisten auch einen Lohn für Ihre Leistungen erhalten sollten. Das halte ich für wirklich gerecht, wenn ich zum Beispiel in eine Bar gehe und ein Cocktail drinke, kostet das ja auch Geld, womit die Bedinsteten Ihre Wohnung, Famiele, ... finanzieren. Und Programmierer müssen auch ihre miete zahlen und essen kaufen.

    Kurz um ich selber habe mit diesem Thema auch nicht viel Erfahrung und habe bestimmt viele facetten dabei auch auser acht gelassen. Deshalb würde ich euch bitten Eure meinung objektiv und fair dazu zu schreiben.

    gruß rdg
     
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  3. #2 whopper, 26.11.2006
    whopper

    whopper Foren As

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    Ich sag mal so, viele Entwickler von freier Software entwickeln diese in ihrer Freizeit, also sie haben einen Job mit dem sie Geld verdienen, werden durch Spenden unterstützt (vor allem große Projekte) oder haben das Glück in einer Firma zu arbeiten in der sie an einem OSS-Projekt arbeiten.

    Außerdem steht es ja jedem Entwickler frei unter welche Lizenz er sein Programm stellt und
    wenn er es unter die GPL etc. stellt ist er sich ja bewusst, dass er damit kein Millionär wird :)

    Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege.
     
  4. #3 pinky, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
    pinky

    pinky König

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    Freie Software hat viele Vorteile. Dazu gibt es auch zig Reden und Aufsätze von prominenten Personen, wollte ich das alles hier wiedergeben, würde das den Rahmen eines Forenbeitrags sprengen. Daher das ganze in Stichwörtern:

    - Unsere Leben hängt immer mehr von Software ab
    - Software entscheidet unseren Zugang zu Wissen, Information, Unterhaltung, Kultur unsere Möglichkeiten zu lernen, zu kommunizieren und unsere Möglichkeit am (digitalen) Leben teilzunehmen
    - das macht Software zur Kulturtechnik
    - Diese Kulturtechnik sollte allen zur verfügung stehen egal ob reich order arm.
    - Dieser gleichberechtigte Zugang ermöglicht nur Freie Software
    - Mit dem zunehmenden Einfluß von Software in unser Leben, stellt Software regeln für dieses Leben auf (ähnlich wie Gesetze im "normalen" Leben)
    - Diese Regeln sollten in einem (möglichst) demokratischen Prozess von der Gesellschaft bestimmt werden und nicht von einer Softwarefirma.
    - Das ist nur durch Freie Software möglich.
    - Freie Software bedeutet nicht kostenlose Software!
    - Freie Software verhindert effektiv Monopole und ermöglich dadurch eine freie Marktwirtschaft.
    - Der Softwaremarkt besteht zu 90% aus Auftragsarbeit, Software als Dienstleistung
    - Hier ist die Lizenz vollkommen egal, da mich mein Kunde am Ende sowieso für meine Arbeit bezahlt.
    - Auch bei der Stangensoftware (die weit weniger als 10% des Softwaremarktes ausmacht) bestehen laut Bill Gates nur 6% der Einnahmen aus Lizenzen
    - Wir haben also einen Markt von über 90% der von den Einnahmen her Lizenzunabhängig ist
    - Dann haben wir einen Markt unter 10% dessen Einnahmen immerhin von 6% von der Lizenz abhängig sind.
    - Freie Software ermöglich einen unheimlichen Wachstum in dem ganzen Lizenzunabhägigen Markt.
    - Mit Freier Software opfern wir also 6% der Einnahmen von einem Marktanteil der eh schon kleiner als 10% ist für einen Wachstum in 90% des gesamten Marktes und 94% des Nieschenmarktes.
    - Freie Software hat sowohl gesellschaftlich als auch (gesamt-)wirtschaftlich Vorteile.

    Nachteile entstehen nur für wenige einzelne die sich durch die Monopolstellung dank proprietärer Software stink-reich verdienen. Einzelne können aber nicht das Kriterium bei so weitreichenden Entscheidungen sein.

    Open Source, was sich im Gegensatz von Freier Software sehr stark als Entwicklungsmodell versteht, hat dagegen schon größere Nachteile. Einfach dadurch, dass das Community-Entwicklungsmodell nicht für jedes Softwareprojekt die beste Wahl ist.
     
  5. rdg

    rdg ???

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    Vielen dank für euer Interesse an diesem Thema !!!
    Das hier sehr viele, eingentlich alle mich eingeschlossen positiv den Open source projekten gegenüber stehen, weiß ich ja. Doch dies soll kein tausend prozent für open source Diskosion werden sonder die Probleme welche open source mit sich bringt, so gut es mir möglich ist, mit Euch besprechen. Doch ich muss euch bitten, bitte nicht böse über meine kritik sein, euere Meinungen offen, objektiv und fair zu schreiben. Zum Beispiel sind nicht alle Programmierer Millonäre und einige stehen auch kurz vor dem finanziellen ende. Was Pinky sagt läuft doch wieder darauf hinaus das die Entwicklungskosten beim Entwickler stecken bleiben.
     
  6. #5 pinky, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
    pinky

    pinky König

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    Wie kommst du darauf? Jede Software die industriell gefertigt wird, wird natürlich auch vom Kunden/Auftraggeber bezahlt.
    Dein Fehler ist das du dir Community-Projekte ansiehst und daraus dann auf Freie Software allgemein schließt. Das wäre ähnlich wie wenn ich mir Freeware Programmierer ansehen würde und dann sagen würde das man mit proprietärer Software kein Geld verdienen kann. Du musst das Entwicklungsmodell von der Lizenz trennen.
     
  7. rdg

    rdg ???

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    Hi pinky, erstmal danke für deinen wirklich guten Beitrag. Und du hast recht das ich dabei einen gedanklichen fehler gemacht habe (ich habe nicht genügend differenziert!). Doch wie kann sich ein Industriell gefertigtes Programm dagegen absichern, dass kein anderer den Quellcode nimmt ihn abändert und dann kostengünstiger, da er nicht die gleichen Entwicklungskosten hat günstiger anbietet und dadurch die Entickler nicht auf ihre kosten kommen?
     
  8. #7 pinky, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
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    Das kannst du nicht und das sollst du auch nicht, sonst wäre es ja keine Freie Software und darum geht es hier ja.

    Die Frage ist eine andere. Gibt es mit Freier Software Geschäftsmodelle? Die Antwort ist ja. Wie bereits gesagt besteht über 90% des Softwaremarkst aus Software als Dienstleistung (das ist die Natur von Software), ich höre mir deine Bedürfnisse an, entwickle eine Lösung und du bezahlst mich dafür. Was du danach damit machst kann (und sollte) mir egal sein. Ich habe meine Arbeit geleistet und wurde dafür bezahlt. Auch der restliche, viel kleinere (<10%), Softwaremarkt macht sein Geld nur aus 6% durch Lizenzen (laut Bill Gates), auch hier gibt es also was das für den Profit deutlich wichtiger ist als die proprietäre Lizenz.
    Ein schönes Beispiel ist dafür StarOffice. Sun hatte das erst ganz eingestellt und wollte zu 100% auf OOo setzen. Die Kunden verlangten aber weiterhin StarOffice. Warum? Sicher nicht weil sie die Einschränkung durch die Lizenz so toll finden. Due Gründe waren vielseitig, einige waren wahrscheinlich, dass Geschäftskunden eine gewisse Sicherheit wollen. OOo konnte sie sich nur wo runterladen. Aber wer hat ihnen gesagt wie sie es installieren? wie sie es verwenden? Wie sie die Daten zwischen zwei Versionen migrieren? Was macht man wenn was schief geht? Deswegen wollten sie StarOffice, da bekommt man von einer Firma eine Box mit der CD, einem schönen Handbuch und vorallem eine Telefonnummer die man anrufen kann wenn was schief geht.

    Software ist schon heute in der Wirtschaft extrem wichtig und wird immer wichtiger werden und mit dieser großen Rolle die Software spielt entstehen natürlich auch genug Geschäftsmodelle, da die Kunden natürlich Software brauchen die auf ihr Unternehmen, ihr Produkt und ihre Abläufe angepasst sind, sie brauche Software die funktioniert, die zu einem bestimmten Termin fertig ist, in die ein Feature implementiert wird wenn sie es brauchen, jemanden der dahinter steht und im Fall einer Störung sich um das Problem kümmert, Schulung,...

    Alles Geschäftsmodelle, es gibt also genug Möglichkeiten mit (Freier) Software Geld zu verdienen und man braucht dazu keinen proprietäre Lizenz

    Wenn ein Konkurrent auf deiner Lösung aufbaut, dazu muss er auch erstmal an deine Lösung kommen, und wirklich besser/billiger ist wie du, dann ist das letztlich dein Problem. Ich kann dir da genausowenig helfen, wie ich einem PKW-Vertragshändler helfen kann, wenn man Gebrauchtwagen bei einem freien Händler billiger bekommt oder wenn eine freie Werkstatt billiger ist, da spielen dann die ganz normalen Prinzipien der freien Marktwirtschaft, der mit dem besten Preis/Leistungs Verhältnis hat den Vorteil. Wenn du aber nicht ganz schlecht bist, dann solltest du einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben: Du bist der Original Autor, du kennst das Programm und den Code am besten, du solltest also auch am schnellsten und günstigsten Support oder Erweiterungswünsche erfüllen können.
     
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  10. #8 rdg, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
    rdg

    rdg ???

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    Ja,
    erstmal unabhängig davon bin ich für mich selbst jetzt zu der Entscheidung gekommen, dass man dieses Problem der kopie, änderung und vermarktung nicht bewältigen kann aber dies ein beitrag jedes Programmentwicklers zu einem gerechten Umgang der Software und damit mit Wissen ist.

    bei deinem Beispiel mit den Lizensgewinn verstehe ich nicht ganz warum dann Microsoft (hier nur als Beispiel für einen großen Softwareproduzenten) so vermögent ist und warum er so eine alles dominierende Marktstellung hat und andere Unterdrücken kann.

    Staroffice dachte ich wäre das kostenpflichtige Office Programm für die kommerzielle Nutzung und openoffice für den privaten gebrauch.

    und der PKW-Vertragsreperateur hat ja nicht das Auto entwickelt, dabei geht es nur um die Wartung. Und er versucht ja auch nicht so sein Geld für die Entwicklung wieder reinzubekommen, dies hat er im falle du meinst ein Autoverkauf schon beim erstverkauf eingelöst.
     
  11. #9 pinky, 26.11.2006
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2006
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    Weil proprietäre Software natürlich einen sehr starken viralen Charakter hat, um mal die Worte von MS zu verwenden ;), man besetzt den Markt mit seiner Software, sorgt dafür, dass sie in Schule und Bildung verwendet wird und sorgt dann durch die proprietäre Natur der Software für einen lock-in Effekt. Dadurch hat man natürlich relativ große Chancen ein Monopol zu erhalten und mit einem Monopol lässt sich natürlich sehr viel Geld machen.

    Microsoft ist das tüpische Ergebnis, wenn man Autoren zuviel Macht gibt (= proprietäre Software).

    Warum sollten kommerzielle Nutzer nicht OpenOffice verwenden? Aus technischer Sicht spricht da nichts dagegen, aus der Sicht eines Unternehmen evtl. die Argumente die ich bereits genannt habe.

    Es ist mit schon klar, dass es kein 1:1 Beispiel ist. Ich wollte damit nur zeigen, dass es in einem freien Markt immer verlierer und gewinner gibt bzw. welche die es schwerer oder leichter haben. Das alles kann aber meiner Meinung nach nicht proprietäre Software rechtfertigen. Wir, als Staat und Gesellschaft, vergeben gewisse zeitlich begrenzte Monopole auf geschriebene Werke aka Urheberrecht. Wir sollten diese nur in dem Umfang gewähren wie es uns, dem Staat und der Geselslchaft als ganzes, nutzt. Das ist mit der heutigen Situation um proprietäre Software meiner Meinung nach nicht mehr gegeben. Es ist nicht unsere Aufgabe uns die Geschäftsmodelle von Firmen auszudeken, die sind darin eh viel kleverer als wir, ich wollte mit meinen kleinen Beispiel nur andeuten das es sicher genug möglichkeiten gibt. Diese Möglichkeiten zu nutzen und weiterzuentwickeln ist die Aufgabe der Unternehmen, unsere Aufgabe, als Gesellschaft, ist es die Rahmenbedingungen wieder so zu setzen, dass es der Gesellschaft als ganzes zu gute kommt und das heißt in meinen Augen ganz klar Freie Software.
     
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