Hacker landen grössten Coup in Schweizer Internet-Geschichte

Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von stargate, 03.03.2003.

  1. #1 stargate, 03.03.2003
    stargate

    stargate systemengineer[MOD]

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    900 Homepages gelöscht!

    VON THOMAS BENKÖ UND DORIS HOFER

    BASEL – Britische Hacker haben den Internet-Provider Tiscali lahm gelegt. 900 Seiten wurden gelöscht und sind bisher nicht wieder aufgetaucht. Vermutlich sind die Daten für immer verloren.

    Sonntag, 16.30 Uhr. Bei 900 Tiscali-Kunden läuft gar nichts mehr. Der führende Provider für Internet-Kommunikation in Europa ist Opfer eines Hack-Anschlages geworden. Die Verantwortlichen brauchen allerdings 6 Stunden bis sie überhaupt merken, dass fast 1000 Sites schlichtweg verschwunden sind.

    Bis jetzt konnte Tiscali das Problem noch nicht beheben. Leidtragende sind die Eigentümer der Homepages – grösstenteils Klein- und Mittelunternehmer, die für ihre Kunden übers Netz erreichbar sein wollen. Jährlich zahlen sie Tiscali 538 Franken Gebühren. Dabei sind die Unterhaltskosten und der finanzielle Aufwand für die Kreation der Homepage nicht inbegriffen. Nun drohen alle Daten verloren zu sein.

    Jene «Your Domain»-Besitzer, die gestern auf ihre Site gehen wollten, fanden eine Nachricht der Hacker: «Xtreme Power hat entschieden, alle 899 Homepages auf yourdomain1.datacomm.ch zu löschen, weil die Betreiber es nicht für nötig hielten, die Sicherheitstandards zu verbessern. Wir haben bereits drei Mal die Kontrolle übernommen und eine Menge Nachrichten hinterlassen, wie die Sicherheit zu gewährleisten sei. Vielleicht klappt es dieses Mal. Wenn Sie Ihre Homepage bei Datacomm haben, empfehlen wir Ihnen, den Provider zu wechseln.»

    In ihrer Botschaft wenden sich die Hacker auch direkt an das Tiscali-Team: «Wenn Sie in der Stimmung für einen Chat zu diesem Vorfall sind, können Sie uns unter #XP@IRCNET erreichen oder ein Mail an orangehaw@IRCNET schicken. Viel Glück beim Wiederherstellen Ihrer unsicheren Datensicherung!»

    Ob Tiscali die Schmach auf sich nehmen wird und die Hacker kontaktiert, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls waren die Administratoren heute morgen noch am Rotieren. «Ja, wir sind gehackt worden», hiess es auf Anfrage. «Wir rechnen damit, das Problem im Laufe des Morgens zu beheben. Wir wissen allerdings nicht, ob die Daten gerettet werden können. Es könnte alles verloren sein.» Auf die Frage, warum die Kunden nicht per Mail über den Vorfall orientiert wurden, antwortete der Hotline-Supporter: «Stimmt, das wäre eine gute Idee...»

    Um 13.15 Uhr orientiert Tiscali die Presse über die Behebung des Schadens: «Tiscali hat sehr rasch reagiert und am Montagvormittag um 11.30 Uhr das Problem behoben. Es sind keine Daten verloren gegangen, da Tiscali selbstverständlich Sicherungen durchführt.» Der Provider bedauert den «böswilligen Angriff» und erklärt, dass die Hacker die einfachen, kurzen Kundenpasswörter geknackt haben. Die Betroffenen seien jetzt aber alle wieder online. Stimmt nicht!

    Recherchen von Blick-Online haben ergeben, dass die Homepages noch nicht wieder hergestellt sind. Ein paar Kunden wollen jetzt Schadenersatz verlangen: «Ich werde Tiscali unseren Aufwand in Rechnung stellen. Sollten wir nicht entschädigt werden, ist ein Providerwechsel angesagt», kündigt Martin Eggler von cyberkoch.ch an. Und auch der Betreiber von glanzmann.li will klagen: «Bei mir wurden gleich zwei Websites gelöscht. Vielleicht fordere ich Wiedergutmachung.»

    Blick Online
     
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  3. #2 moonlook, 03.03.2003
    moonlook

    moonlook !alleswissenwollen!

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    Hart Hart!!!

    Ist natürlich fragwürdig warum oder ob nur kleine, private Pages gelöscht wurden. Abgesehen vom entstandenen Schaden ging es den Leuten doch um die mangelhafte Sicherheit von Tiscali und um mit dem Löschen sollte Tiscali doch in Bedrängnis geraten.
    Also würde es doch mehr Eindruck und Druck gegen Tiscali machen, nur grössere Auftritte von Firmen o.ä. zu löschen, da diese rechtlich sicherlich mehr machen können als ein paar kleinere Kunden.
     
  4. miret

    miret im Ghost-Modus
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    Wo nur noch auf die Mücken geschaut wird, bleibt für Sicherheit und Stabilität kein Platz!
    Tut mir zwar Leid um die Homepagebetreiber, aber scheinbar brauchte tiscali mal einen auf die Plauze! Kann ja nicht schaden!
     
  5. Azrael

    Azrael Grünschnabel

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    Hehe , harte Sache :D

    Greetz Azrael
     
  6. #5 ConCode, 05.03.2003
    ConCode

    ConCode LPIC-2 certified

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    Eine solche Attacke kann ich nicht für gut heissen!

    hauptsächlichen Schaden hat die Sache ja nicht für Tiscalli gebracht sondern für unschuldige. Auch wenn die Sicherheit für die Cracker im Vordergrund stand, gibt Ihnen nichts das recht irgendjemandem zu Schaden! AUCH NICHT TISCALLI !!!

    Es hätte auch gereicht nur die Startseite jeder der Seiten gegen eine entsprechende Seite auszutauschen oder einfach nur oben links in der Ecke ein Infobanner einzurichten.

    Zum wichtigen Teil:

    Den meisten Druck hätte es gebracht, auf den defacten Seiten eine Erklärung der Sicherheitslücken inkl. PoC (Exploit) zu veröffentlichen. Tiscalli hätte dann die Möglichkeit gehabt entweder die Fehler zu beheben oder täglich hunderte von Scriptkiddie-attacken zu verfolgen.

    H A N D
     
  7. #6 Kayzill, 05.03.2003
    Kayzill

    Kayzill Greenpeace[GNU-Abteilung]

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    /usr/home/dave
    Da stellt sich nun die Frage.: Hacker oder Cracker
    Also ich würde Hacker sagen,Tiscali hats verdient,immerhin hätten böswillige Cracker viel mehr machen können,wenn diese von den sicherheitslöchern gewusst hätten und im Bericht steht ya auch,dass die Hacker schon mehrmals gewarnt haben,also haben sie ya im weitesten Sinne Tiscali nur vor den crackern oder anderen böswilligen Leuten "geschützt"..
    MfG
     
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