Fachhochschule vs. Universität

Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von pinky, 31.10.2004.

  1. pinky

    pinky König

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    Hi!
    ich gehe mal davon aus, dass hier auch einige Studenten unterwegs sind.
    Vielleicht gibt es ja sogar welche die beides kennen.
    Mich würde mal interessieren wo eurer Meinung nach die Unterschiede sind und was für ein Informatik Studium zu empfehlen ist.

    Also ich habe gehört das die Uni sehr sehr theoretisch ist und man oft sehr lange überlegen muß um (mit viel Glück) einen Zusammenhang zwischen Vorlesung und Übungs- und Prüfungsaufgaben zu finden.
    Dagegen soll die FH eher wie Schule sein. Man hat einen deutlich volleren Stundenplan, bekommt aber in den Vorlesungen auch wirklich praktisches Wissen vermittelt, so dass man dann weiß was man warum gelernt hat.
    Man sieht es vielleicht auch schon daran, dass viele FHs mit dem Titel Dipl-Ing abschließen während man an der Uni ein Dipl-Inf bekommt. Das Ingenieur lässt ja schon eine gewisse praktischen und "handwerkliche" Ausrichtung erahnen.

    Das ist aber nur das was ich bisher in Erfahrung gebracht habe.
    Was meint ihr dazu, bzw. was sind eure Erfahrungen? Würdet ihr die gleiche Wahl wieder treffen? Was könnt ihr mir empfehlen?

    Freue mich auf jede Meinung und Erfahrung.
     
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  3. etuli

    etuli Betrunken

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    Bin seit diesem Semester an der Uni auf Dipl. Inf. und ich hab' es mir ehrlich gesagt schon anders vorgestellt. Wie genau weiss ich zwar nicht, aber irgendwie anders. :D Meine Faecher sind Informatik, Digitale Systeme, Analysis und Lineare Algebra im Nebenfach Mathematik. Alle Faecher sind bisher Mathematik pur. Am praktischsten Orientiert dabei ist noch DSI, weil man auch manchmal noch etwas zeichnen darf. :D

    Mein Stundenplan umfasst 16 Schulstundenstunden, 4x 2 S.Stunden fuer Uebungen und locker fuer jede Vorlesung 2, 3, 4 Stunden fuer Nachbereitung. Dazu kommt dann Zeit fuer Hausaufgaben, und sonstiges Uni-bezogenes.

    Vielleicht zu de Stoff bisher ... . Informatik war bisher dran Mengenlehre, Relationen, Abbildung, (part.) Funktionen, nun Aufbau von Zeichensystemen. Alles mathematisch orientiert. Allerdings noch strikt formal. Dabei auch Anwendung von noetherscher Induktion, und struktureller Induktion. Nun halt der Aufbau von Zeichenreihen aus Zeichenvorraeten. Allerdings auch mathematisch.

    In LA und Analysis bisher auch naive Mengenlehre, Relationen, Abbildungen, Funktionen, Gruppen, Ordnungen, ... . In LinAlg (LA) jedoch Beweislastiger.

    SysInf DSI bisher B-adische Zahlensysteme, Arithmetik mit selbigen, Arithmetik von Fest-, Fliesskommazahlen, und nun Grundlagen digitaler Schaltungen (Halbaddierer, Volladdierer, logische Schaltelemente, ...).

    Vorlesungen gingen los am 18ten Okt. Also viel Stoff in wenig Zeit den es zu lernen gibt. Muss man wissen, ob man das Durchhaltevermoegen besitzt sowas durchzuziehen. Informatik an Unis hat nicht ohne Grund so eine hohe Abbrecherquote.

    mfg
     
  4. MTS

    MTS Kaiser

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    hmm. Also FHs bilden wie du schon richtig angedeutet hast eher die "praktischen" Informatiker aus ... d.h. meiner Meinung nach diejenigen, die später eher ausführen und verarbeiten ...
    Der Uni Informatiker wird wesentlich theoretischer ausgebildet, hat also ein höheres Basis und Spezialwissen, vor allem aber Schwerpunkte in Mathematik usw...
    Generell ist man in Unis freier was die eigenen Leistungen anbetrifft, d.h. niemand "zwingt" einen wirklich zu etwas, während man auf Fhs meistens Vorleistungen in den Übungen usw erbringen muss um überhaupt Klausuren zu schreiben.. Allerdings ist das auch von Uni zu Uni, Fach zu Fach unterschiedlich...
    Letztendlich kann man sagen, dass das Ganze eher Typ sache ist:
    Bist du bereit viel Zeit und Geduld eigenständig zu opfern, tief in die Materie hineinzugehen und eher abstrakt zu arbeiten, geh zur uni.
    Hälst du dich für eher praktisch Orientiert und willst "relativ schnell" einen Abschluss und Als Programmierer irgendwo arbeiten solltest du über die FH nachdenken.

    Ich selbst studiere Sicherheit in der Informationstechnik in Bochum ... und schließe hoffentlich irgendwann mal mit nem Dipl Ing in Sicherheits und Informatischtechnik ab ...
    Und ich sag dir gleich - wenn du nicht bereit bist dir selbst oft in den Arsch zu treten ist Uni nichts für dich ;)
     
  5. pinky

    pinky König

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    da habe ich anderes gehört. Der Unterschied praktisch-theoretisch ist klar.
    Von Studenten aus anderen Ingenieur Bereichen (Elektrotechnik und Maschinenbau) weiß ich aber das man in der Industrie eigentlich die gleichen Jobs bekommt. Oft wird sogar ein FH Student bevorzugt, weil er eher weiß wie es in der Industrie abläuft (Praxissemester usw.).
    Was ich gehört habe spielt das Uni Studium dann seine stärke aus, wenn man seine Zukunft auch nach dem Studium an einer Hochschule und in der (Grundlagen-)Forschung plant. Will man in die Industrie, dann gibt es keinen großen Unterschied und wenn dann auch oft eher pro FH.
    Weder die FH noch die Uni ist eine Ausbildung zum "Programmierknecht".

    stimmt sicher, dass sieht man schon wenn man sich die Stundenpläne ansieht.

    da habe ich von bekannten genau das Gegenteil gehört.
    An der Uni muß man neben den Vorlesungen noch Übungen besuchen und Scheine in den Übungen oder in einer extra Klausur machen bevor man die eigentliche Klausur schreiben darf.
    An der FH hast du eher wie in der Schule, Vorlesungen und Seminare in denen du praktische Übungen rechnest, es gibt aber keine Scheine oder ähnliches die man zu einer Klausur braucht.
     
  6. pinky

    pinky König

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    @etuli: ja, ähnliches habe ich auch schon gehört. Wobei es ab dem 2-3 Semester dann richtig abgehen soll wenn man Theoretische Informatik hat.
     
  7. chb

    chb Steirer

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    Jo ich kann mich da MTS nur anschließen, ne FH Ausbildung bereitet dich schon gezielt auf einen Job vor, während man gerade bei ner Uni Ausbildung mehrere Sachen machen kann und dort dann universeller einsetzbar ist. Außerdem ist die FH Umgebung mehr wie ein erweitertes Gymnasium, während das Uni Umfeld viel lockerer ist und man schon einiges an Selbstverantwortung aufbringen muß, eine Fähigkeit die man schon gut gebrauchen kann find ich.
     
  8. etuli

    etuli Betrunken

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    Stimme MTS weithestgehend zu. An meiner Uni ist es aber auch etwa so, dass ich um fuer Klausuren zugelassen zu werden, eine mindestanzahl von malen dagewesen sein muss, eine bestimmte Anzahl an hausuebungen sinnvoll bearbeitet haben muss, ... . Dafuer sagt unser LA Prof. aber hingegen, dass die Klausuren ein Witz und ein Teil von den (Haus-)Uebungen sind. So gesehen und in Anbetracht dessen, dass ich Hausuebungen fuer extrem sinnvoll halte, also fair.

    Theoretische Informatik ist Mathematik. Zumindest vom Ansatz her. Aber es zwingt dich niemand nicht praktische, oder technische Mathematik zu waehlen.

    Ich denke persoenlich ebenfalls, dass ein Dipl. Inf. Uni., bessere Chancen hat, als ein Dipl. Inf. FH, wenn es um wirklich anspruchsvolle Jobs geht. Da muesste man dann aber schon konkrete Faelle untersuchen, um abwaegen zu koennen. Je nach Bereichen in der Software Entwicklung gibt es auch Bereiche, so du viel Mathematik benoetigst (Clean Room Implementationen, formale Beweise von Algorithmen, ...), oder wo auch weniger reicht. Als Dipl. Inf. Uni. kannst du theoretisch gesehen mehr als ein FH'ler. Kannst also wenigstens die selben Aufgaben bewaeltigen. Praktisch gesehen fehlt dir die Einarbeitung, die man jedoch relativ schnell aufholen kann. Dennoch kannst du mit deinem mehr an Wissen als. Uni'ler auch mehr machen. Viele waehlen dennoch FH'ler, weil Uni Abgaenger mehr kosten.

    Wenn du einen schnellen Abschluss willst, solltest du dich fuer Bachlor und Master interessieren, welche bis 2010 den Dipl. Inf. abloesen sollen. Mit einem Bachlor bist du nach drei Jahren Uni schon im Berufsleben dabei.

    mfg
     
  9. #8 h2owasser, 31.10.2004
    h2owasser

    h2owasser Sxe Power User

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    Da sind ja jetzt schon einige richtige Argumente gefallen.
    Mich reizt an meinen Uni-Studium wohl vorallem, dass ich mich jetzt noch nicht festlegen muss und ein breites Spektrum an Wissen erlernen kann. Ich studiere allerdings Physik. Dennoch kenne ich zumindest einen FH - Informatiker, dessen Programmierfähigkeiten mich immer wieder zum Stauen bringen.
     
  10. thorus

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    Ich persönlich werde an einer Uni Informatik studieren, da ich in die Forschung gehen möchte.
    Einen Job in der Wirtschaft zu ergreifen, hab ich eigentlich nicht vor. Ich habe bereits durch Praktikas und Ferienjobs erfahren, was es heisst in solchen Unternehmen zu arbeiten. Die Athmosphäre war zwar immer toll, ich bin bin immer auf Gleichgesinnte getroffen, aber die Arbeit ist, meiner Meinung nach, ziemlich monoton und langweilig, vor allem was Software für den Wirtschafts- und Versicherungssektor betrifft. Man verdient zwar schon einiges an Geld, aber das ist nicht mein Hauptmotivator. Die Arbeit sollte auch Spaß machen, und das tut sie meiner Meinung nach nur, wenn man auch gefordert wird.
     
  11. #10 miketech, 01.11.2004
    miketech

    miketech Routinier

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    Hi,

    das meiste wurde ja bereits gesagt, es ist im Grunde kein "wer kriegt den besseren Job"-Frage, sondern "was liegt mir mehr"-Frage. FH = Praktischer, Uni = Theoretischer. Was ich so gehört habe ist das eine nicht begehrter als das andere. Das unterscheidet sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Kommt eben auch drauf an, was Du später machen willst.

    Um Dir aber mal einen Eindruck zu geben, schildere ich mal meinen Studienablauf. Ich bin jetzt erst im 3. Semester, kann Dir daher nur bis dahin berichten, wies aussieht :)

    1. Semester:

    Fächer: Informatik I, Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, Lineare Algebra und Höhere Mathematik (Analysis).



    Informatik I: 6 SWS (= 6 Schulstunden)
    Wahrscheinlichkeitstheorie: 2 SWS
    LA: 6 SWS
    HM: 6 SMS

    D.h. Mathe liegt klar vorne :)

    Im 2. Semester kommt statt Informatik I, Informatik II (wer hätte es gedacht).

    Statt Wahrscheinlichkeitstheorie hatte ich dann Numerische Mathematik für Informatiker.

    An der Stundenzahl hat sich nicht viel geändert.


    3. Semester: Mathe ist jetzt weg (bei mir nicht ganz, ich hab eine Klausur verschoben).

    Fächer: Informatik II, Technische Informatik I und ein Nebenfach (Physik, Algebra, Elementare Zahlentheorie, Betriebswirtschaftslehre, in meinem Fall BWL)

    Informatik II: 6 SWS
    TI: 4 SWS
    Nebenfach: 2 SWS


    Zusätzlich hast Du in jedem Semester Tutorien, in denen das Wissen in kleinen Gruppen, wie in der Schule vertieft wird.

    Außerdem kommt im 3. Semester ein Proseminar oder Basispraktikum dazu, d.h. entweder Proseminar = Thema erarbeiten und Vortrag halten, oder Basispraktikum = In kleinen Gruppen basteln :)


    Hoffe das konnte Dir einen Einblick geben.

    Allerdings muss man auch sagen, dass nicht jede Uni gleich ist. Die einen sind weniger Mathelastig, die anderen mehr.

    Im Grunde musst Du Dich also entscheiden: Mehr Theorie, oder mehr Praxis?

    Gruß

    Mike
     
  12. #11 miketech, 01.11.2004
    miketech

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    Ach und nochwas zum praktischen Teil:

    Im 1. Semester hatten wir in Informatik I primär theoretischen Kram und dazu als Programmiersprache Haskell und Prolog. Du machst eben Dinge wie Grammatiken usw. Sehr allgemein gehalten.

    Im 2. Semester hatten wir natürlich auch viel Theorie, aber nebenbei Java.

    Das wars dann erstmal mitm Programmieren fürs Grundstudium.

    Im 3. Semester machen wir in Informatik nur noch theoretische Informatik, in TI sowas wie Schaltungen und sowas. Im 4. Semester steht nochmal Assembler auf dem Plan.

    Also etwas Praxis gibt es auch, aber nicht sehr viel. Aber man gewöhnt sich glaub ich sehr schnell dran und Praxis kann man zu Hause auch privat machen.

    Gruß

    Mike
     
  13. Mauser

    Mauser Master Of Disaster

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    @miketech: an welcher uni bist du denn ?

    ich suche gerade auch ständig nach infos bezuüglich studium.. gibts eigentlich eine art portal, wo man infos zu mehreren unis/fhs zusammengefasst bekommt ?
     
  14. thorus

    thorus GNU-Freiheitskämpfer

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  16. #14 miketech, 01.11.2004
    miketech

    miketech Routinier

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    Hi,

    bin an der TH Karlsruhe.

    Gruß

    Mike
     
  17. #15 mormegil, 01.11.2004
    mormegil

    mormegil 100% Werder

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    Sehr empfehlenswert ist auch das grüne Berufswahlbuch vom Arbeitsamt. Da sind alle in Deutschland angebotenen Studiengänge samt Unis und FHs drin.
     
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