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Dieses Thema im Forum "Member Talk & Offtopic" wurde erstellt von stargate, 28.02.2003.

  1. #1 stargate, 28.02.2003
    stargate

    stargate systemengineer[MOD]

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    Während Internetdienste mit Onlinevideo und Web-Radio zunehmend mit Fernseh- und Radiosendern ums Publikum konkurrieren, boomt Google dank der Konzentration aufs Wesentliche: Suchen und Finden. Konsequent verzichtet Google-Gründer Sergey Brin auf die ansonsten im Web allgegenwärtigen Werbebanner. "Die nerven nur und verlängern außerdem die Ladezeiten", sagt der 29-Jährige.

    GOOGLE
    Interview mit Google-Forschungschefin Henziger

    Es gibt wahrhaft aufregendere Ecken im Cyberspace. Ganze 40 Worte verteilen sich auf der kargen Web-Seite um ein leeres Suchfenster. Darunter zwei Knöpfe zum Anklicken, mehr nicht. Nichts blinkt, nichts dudelt, von Unterhaltung keine Spur. Trotzdem haben nur ganz wenige Web-Seiten wie die der Portale Yahoo oder MSN oder die des Softwaregiganten Microsoft mehr Besucher als der optisch öde Winkel im Web.

    "Wer hierher kommt, sucht nur Infos – und zwar schnell", sagt Craig Landy, Chef des US-Beratungshauses Searchengines.com. "Und die bekommt er hier so treffsicher und verlässlich wie nirgendwo sonst."

    Das kommt an bei der Online-Gemeinde. Obwohl der Markt längst aufgeteilt schien, als Brin und sein Mitgründer Larry Page ihren Dienst am 21. September 1999 offiziell starteten, gelang den beiden der Durchbruch. Einst dominierende Suchdienste wie Excite, Altavista, Infoseek oder Hotbot hat Google längst abgehängt.

    Klinkenputzen bei den damals Erfolgreichen brachte nichts

    Besonders bitter für die Konkurrenz: Bevor Brin und Page ihr Startup gründeten, hatten die damaligen Stanford-Studenten mit ihrem Konzept bei den etablierten Anbietern Klinken geputzt. Vergeblich. "Die hatten wohl andere Prioritäten", erinnert sich Brin.

    Stattdessen hoben er und Page das Unternehmen selbst aus der Taufe und benannten es nach einem Wortspiel mit dem mathematischen Begriff "Googol", der Zahl 1, gefolgt von 100 Nullen. Für das nötige Startkapital – mehr als 25 Millionen Dollar – gaben die Gründer einen Teil ihrer Anteile an Risikokapitalgeber wie Kleiner Perkins Caufield & Byers, Seqouia Capital, die Universität Stanford oder den Sun-Microsystems-Mitgründer Andy Bechtolsheim ab.

    Das Geld ist erstklassig investiert. Wenn auch die Kapitalgeber die Hoffnung aufs schnelle Geld des Suchdienstes vorerst ad acta legen mussten. Denn Google-Vorstandschef Eric Schmidt hat den ursprünglich geplanten Börsengang im vergangenen Sommer bis auf Weiteres abgeblasen. Der einstige Cheftechnologe von Sun Microsystems und Exchef der Netzwerkfirma Novell, der 2001 an die Google-Spitze wechselte und einen Teil der Anteile übernahm, braucht das Geld der Börse nicht mehr.

    "Wir sind eine Cashmaschine"

    Anders als hunderte im Boom gestarteter Internetfirmen hat Google nicht nur überlebt. "Wir sind eine Cashmaschine", freut sich Brin. Denn obwohl der Suchdienst aus dem kalifornischen Mountain View für Nutzer kostenlos ist, arbeitet das Unternehmen bereits seit Anfang 2001 operativ profitabel. Genaue Zahlen nennt Brin nicht.

    Immerhin: "In 2002 haben wir Umsatz und Gewinn deutlich mehr als verdoppelt", erklärt Brins Vertriebschef Omid Kordestani und verweist auf anhaltend wachsende Lizenz- und Werbeumsätze.

    Was den derzeit nicht mit Erfolgsgeschichten verwöhnten Finanziers die Wartezeit aufs Börsendebüt noch ein Weilchen versüßen dürfte. Dazu kommt die Aussicht, später umso kräftiger Kasse machen zu können: Zwar ist offen, wie viel Geld Google gegenwärtig an der Börse einsammeln könnte. Weit mehr als jene 1,7 Milliarden US-Dollar, mit denen etwa Wettbewerber Overture derzeit an der Nasdaq bewertet ist, wären es in jedem Fall.

    Schließlich ziehe Google, sagt Danny Sullivan, Chefredakteur des renommierten Internetbranchendienstes Search Engine Watch, was den Markenwert angehe "bald mit Größen wie Yahoo gleich". Das Portal ist an der Nasdaq derzeit mehr als zehn Milliarden Dollar wert.

    Ohne Werbung zum Erfolg

    Googles Erfolg ist umso bemerkenswerter, als die Kalifornier selbst für ihren Dienst noch nie nennenswert Werbung gemacht haben. Stattdessen pflanzte sich die Begeisterung für den Suchservice ähnlich einem Computervirus elektronisch fort – per E-Mail von einem begeisterten Nutzer zum nächsten.

    Inzwischen ist – vom Schüler bis zum Konzernvorstand – die Netzgemeinde infiziert. "Ein perfektes Beispiel für erfolg- a reiche Maus-zu-Maus-Propaganda", nennt das Sullivan. "Mittlerweile ist Google sogar in Ländern bekannt, in deren Landessprache der Dienst gar kein eigenes Portal betreibt". Immerhin funktioniert die Suche bereits in 86 Sprachen – von Afrikaans über Gujarati und Nepalesisch bis Walisisch.

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  3. miret

    miret im Ghost-Modus
    Moderator

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    Ich denke mal, gerade die Schlichtheit ist der Schlüssel zum Erfolg von Google!
    Leider mehren sich aber auch die Zeichen, das z.B. beim Ranking etc. der Kommerz regiert. Vielleicht muß Google so einen Weg gehen, den die Gesetzmässigkeiten des Marktes vorzuschreiben scheinen (siehe andere Suchmaschinen bzw. Portale). Ob er ein guter ist, bleibt abzuwarten.
    Zur Zeit ist google aber auch bei mir die #1!!!:]
     
  4. #3 moonlook, 01.03.2003
    moonlook

    moonlook !alleswissenwollen!

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    yop, die nüchterne Erscheinung und die durch technischen Vorsprung entstehenden Suchergebnisse sind es wohl, was google erfolgreich gemacht haben.

    aber das wissen sicherlich schon einge von euch:D
     
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